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Was verdeckt der ‘Mantel des Geldes’ und wie lange?

Die Corona-Krise ist noch keineswegs ausgestanden, aber die Aktienkurse zeigen einen beachtlichen Optimismus.

In Deutschland werden aktuell viele auch dauerhafte Probleme mit dem ‚Mantel des Geldes‘ zugedeckt. Der in anderen Ländern bereits deutlich zutage tretende Strukturwandel ist dadurch hierzulande noch wenig erkennbar und vielfach herrscht die Erwartung vor, es werde recht bald alles wieder beim Alten sein.

Aber ist das realistisch? Oder werden auch die Deutschen, wenn auch zeitverzögert, realisieren, dass es aufgrund des Corona-Schocks einen massiven Strukturwandel in Wirtschaft und Gesellschaft geben wird? Und hat das gegebenenfalls Konsequenzen für Investments und Fondsmanagement?

Unabhängige Assetmanager sind Freunde einer klaren Aussprache und haben fundierte Meinungen. Davon können Sie sich auf den folgenden Seiten leicht überzeugen.


Wichtiger Hinweis: Bei den in dieser aktuellen Umfrage getätigten Äußerungen handelt es sich nicht um Kauf- oder Verkaufempfehlungen oder Finanzanalysen. Die Meinungen der befragten Fondsmanager und -berater eignen sich nicht zur direkten Übernahme in eigene Anlagestrategien. Basis von Kauf- und Verkaufentscheidungen sollten immer die gesetzlich vorgeschriebenen Verkaufsunterlagen wie Verkaufsprospekte und Jahresberichte sowie eine ausführliche individuelle Beratung sein.

AI Leaders

Christian Hintz

Geschäftsführer
Christian Hintz Vermögensverwaltung GmbH


Beschleunigung des massiven Strukturwandels

  • Wie sind Ihre Erwartungen: Werden wir die Corona-Krise in Wirtschaft und Gesellschaft bald hinter uns lassen und zur Normalität zurückkehren?
    Wenn wir der Börse glauben dürfen, wird sich die Welt – wie nach jeder Krise – viel schneller wieder normalisieren, als wir uns das vorstellen können. Ob die deutsche Wirtschaft in 24 oder erst in 36 Monaten wieder auf dem alten Stand angekommen ist, wird sich zeigen. Die Entwicklung wird dabei eher dem Nike-Logo entsprechen.
    Doch die nächste Pandemie kommt ganz sicher. Sicherlich wieder in einer anderen Form z.B. bakteriell.  Heute lernen wir in den westlichen Ländern mit Pandemien umzugehen und werden damit in Zukunft sehr viel schneller und entschiedener umgehen.
    Was für die Wirtschaft gilt, werden wir auch in der Gesellschaft erleben. Sobald die Pandemie medial verschwunden ist, werden wir uns auf neue Themen stürzen und Jahre später mit verklärtem Blick uns Geschichten aus der Vergangenheit erzählen.
  • Gehen Sie von einem größeren Strukturwandel aus und ggfs. wo sehen Sie die größten Veränderungen auf uns zukommen?
    Die Welt erlebt einen massiven Strukturwandel. Corona hat dies nur weiter beschleunigt. Die Veränderungen der nächsten 10 Jahre werden größer sein, als die der letzten 100 Jahre. Das ergibt auf der einen Seite unglaubliche Chancen und auf der anderen Seite viele Verlierer.
    China hat dabei einen klaren Plan, die Nr. 1 in der Welt zu werden und verfolgt dies mit aller Macht und Konsequenz. Seit vielen Jahren werden auf der ganzen Welt die Rohstoffvorkommen gesichert und im Jahr 2016 wurde der Startschuss im Bereich der künstlichen Intelligenz gegeben.
    In Europa haben wir den Anschluss in breiten Teilen der Wirtschaft und auch in der Gesellschaft verpasst. Die USA sehen sich aus Ihrem Selbstverständnis weiter als die Nr. 1. Wer die protektionistischen Maßnahmen der US-Regierung aber sieht, weiß, dass die Chinesen in vielen Technologiebereichen schon an den USA vorbeigezogen sind.
  • Haben Ihre Erwartungen Einfluss auf die strategische Ausrichtung Ihres Fonds und ggfs welche Anpassungen haben Sie bereits vorgenommen oder planen Sie, vorzunehmen?
    Die aktuellen Entwicklungen werden den Strukturwandel, auf den der AI Leaders seit seiner Auflage setzt, noch beschleunigen.
    Erst durch die Veränderungen der letzten Jahre war der Startschuss für den Fonds möglich geworden. Das Thema künstliche Intelligenz ist zwar nicht neu. Schon vor rund 30 Jahren haben wir uns während des Studiums wissenschaftlich intensiv mit künstlicher Intelligenz beschäftigt.
    Eine Umsetzung in zahlreiche praktische Anwendungen war durch den technologischen Fortschritt aber erst nach 2016 möglich. Die Einführung von künstlicher Intelligenz wird in den nächsten 10 Jahren ein Wachstum auslösen, dass größer sein wird, als die Einführung von Internet, Telekommunikation oder Dampfmaschine.
    Unternehmen und Branchen, die künstliche Intelligenz nicht frühzeitig integrieren, müssen damit rechnen, vom Markt zu verschwinden. Im AI Leaders konzentrieren wir uns auf die Gewinner dieser Veränderungen, d.h.  Unternehmen, die schon heute Marktführer in ihrer Branche sind und bei denen der Einsatz von KI einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil mit sich bringt.

Fonds: AI Leaders – ISIN DE000A2PF0M4

Gesellschaft: AI Leaders

FPM Frankfurt Performance Management AG

Raik Hoffmann

Vorstand
FPM Frankfurt Performance Management AG


Nicht viele Dinge verändert – aber beschleunigte Nachhaltigkeit

  • Wie sind Ihre Erwartungen: Werden wir die Corona-Krise in Wirtschaft und Gesellschaft bald hinter uns lassen und zur Normalität zurückkehren?
    Allgemein ist davon auszugehen, daß eine Rückkehr zur „Normalität“ bzw. eine freie wirtschaftliche Aktivität und Gesellschaft erst wieder möglich ist, wenn eine breit verfügbare und wirksame Impfung vorhanden ist – dies kann durchaus bis Ende 2021 dauern.
    Das Beispiel China zeigt, dass die konsequente Eindämmung des Virus dazu führte, dass die Wirtschaft im Vergleich zum Vorjahr bereits wieder wächst.
    Somit könnte das ein Blick in die Zukunft sein: Keine Pandemie bedeutet, dass der Vorkrisenzustand relativ zügig erreicht werden könnte.
  • Gehen Sie von einem größeren Strukturwandel aus und ggfs wo sehen Sie die größten Veränderungen auf uns zukommen?
    Man sollte nicht darauf setzen, dass sich nach der Krise viele Dinge geändert haben werden.
    Es gibt offensichtliche Trends wie den der Digitalisierung, für die die Krise nur ein Beschleuniger war. Gleiches gilt für die Nachhaltigkeit, die durch die richtige Bepreisung des Ressourcenverzehrs so oder so ein dominierendes Thema geworden wäre.
    Dass jedoch menschliches Verhalten –  wie Reisen, Konsum, Sozialverhalten  – ein grundsätzlich anderes sein sollte, kann man mindestens bezweifeln.
    Nach dem was wir jedoch aus den Unternehmen hören, wird die „Krise“ vielfach genutzt, um unliebsame Anpassungen vorzunehmen und Arbeitsplatz-Abbau umzusetzen. Hier sind die bekannten Sektoren Automobil, Banken, Chemie und Maschinenbau zu nennen, aber selbst die Gewerkschaften setzen massiv den Rotstift im eigenen Hause an, was bisher undenkbar war.
    Nachhaltigkeit, Verringerung der Globalisierung durch Rückverlagerung bedeutender Produktionsketten (z.B. Arzneimittel) und Digitalisierung werden weiterhin und noch stärker im Wirtschaftsleben eine Rolle spielen und somit viele interessante Anlagechancen bieten.
  • Haben Ihre Erwartungen Einfluss auf die strategische Ausrichtung Ihres Fonds und ggfs welche Anpassungen haben Sie bereits vorgenommen oder planen Sie, vorzunehmen?
    Die meisten Unternehmen leiden unter der aktuellen Situation. Umsatzeinbrüche im 2. und 3. Quartal 2020 lassen sich nach überstandener Krise (in 2021?) nicht mal eben einfach nachholen.

    Entsprechend werden viele Unternehmen mit erheblichen Abschlägen gehandelt – im Unterschied zu den Krisengewinnern im Bereich Digitalisierung, Technologie und Co., welche die Indexstände der Börsen optisch gesehen auf „Vorkrisen-Niveau“ getrieben haben und fast durchweg nicht mehr günstig sind. Auch dürften einige Unternehmen aus der zyklischen Ecke im Nachhinein durch eine veränderte Anbieterstruktur letztendlich zu den Gewinnern zählen. Beispiele sind in den Bereichen Luftfahrt und Touristik zu finden.
    Insofern halten wir die Augen auch bei den einstweiligen „Krisenverlierern“ offen.
    Die sichtbarste Strukturveränderung „Nachhaltigkeit“ dürfte unserer Meinung nach den Markt extrem bewegen.
    Hier sehen wir den Bereich Umwelttechnik (CO2-Reduzierung, Kreislaufwirtschaft und neue regenerative Energieträger) als extrem aussichtsreich an und haben im Laufe unseres 20-jährigen Bestehens bereits viele Unternehmen analysiert, die sehr interessante und zukunftsweisende Techniken entwickelten.
    Hier wird der Umwelt geholfen – gleichzeitig eröffnet sich für Investoren eine erstaunliche Renditechance. Dieses Wissen bündeln wir und setzen es in einer weiteren Publikumsfonds-Strategie um, die sich nicht nur auf Deutschland beschränkt.

Fonds: FPM Funds Stockpicker Germany All Cap – ISIN LU0124167924 / LU0850380873
Fonds: FPM Funds Stockpicker Germany Small/Mid-Cap – ISIN LU LU0207947044 / LU1011670111

Gesellschaft: FPM Frankfurt Performance Management AG

ICM InvestmentBank AG

Dr. Norbert Hagen

Sprecher des Vorstands
ICM Investmentbank AG


Kein größerer Strukturwandel, aber geändertes Freizeitverhalten

  • Wie sind Ihre Erwartungen: Werden wir die Corona-Krise in Wirtschaft und Gesellschaft bald hinter uns lassen und zur Normalität zurückkehren?
    Auch die Pest war auch irgendwann vorbei. Danach kam die Normalität zurück. Von einer solchen in den Industrieländern erstmaligen Pandemie (zumindest für die letzten Jahrzehnte) bleiben Erfahrungen, die wiederum im Gesundheitswesen und sicher auch bei den Unternehmen den zukünftigen Umgang prägen werden. Das hält dann Einzug in Gesetze, Notfallpläne und vieles mehr.
    Ob wir bald die Pandemie hinter uns lassen können, oder ob es noch ein Jahr dauert, hängt sicher auch von der Verfügbarkeit eines geeigneten Impfstoffes ab.
  • Gehen Sie von einem größeren Strukturwandel aus und ggfs. wo sehen Sie die größten Veränderungen auf uns zukommen?
    Einen größeren Strukturwandel sehen wir nicht. Die „Stay-at-home“-Erfahrung kann natürlich das Home Office jetzt als temporäre Alternative zum Büroarbeitsplatz nach vorne bringen, wohl aber kaum in nennenswertem Umfang. Genauso wenig dürfte das Meiden des ÖPNV zugunsten der Nutzung des eigenen Autos von langfristigem Bestand sein. Die Videokonferenz ist auch ein Abfallprodukt des Lockdowns. Hier könnte es dauerhaft zu weniger Traffic und zu mehr preisgünstigen Online-Konferenzen kommen.
    Wir sehen aber eher das Freizeitverhalten als Profiteur. Der Individualsport hat eine Renaissance erlebt. Das sieht man auch an den Sportartiklern, deren Aktien durch die Decke gegangen sind. Und Radfahren ist wieder in !
  • Haben Ihre Erwartungen Einfluss auf die strategische Ausrichtung Ihres Fonds und ggfs welche Anpassungen haben Sie bereits vorgenommen oder planen Sie, vorzunehmen?
    Da unser Fonds (Leonardo UI) auf Indexinvestments zurückgreift und diese mittels Futures umsetzt, gibt es nur Auswirkungen auf den zweiten Teil der Anlagestrategie – das Investment In Unternehmensanleihen. Hier werden die Sektoren Tourismus, Freizeit und Entertainment unter den Emittenten derzeit weitestgehend umschifft.

Fonds: Leonardo UI – ISIN DE000A0MYG12

Gesellschaft: ICM InvestmentBank AG

Infinigon GmbH

Jürgen Nott

Geschäftsführer
Infinigon GmbH


Big Tech rollt alles nieder

  • Wie sind Ihre Erwartungen: Werden wir die Corona-Krise in Wirtschaft und Gesellschaft bald hinter uns lassen und zur Normalität zurückkehren?
    Wir werden zu einer Normalität zurückkehren, aber zumindest in den USA – wo ich seit 2007 lebe und arbeite – wird diese Normalität anders sein. Lebensentwürfe werden noch flexibler, angefangen von der Entkopplung von Wohnort und Arbeitsplatz, bis hin zu Home Schooling, Travel Schooling, oder auch einfach flexibler physischer Teilnahme an Schulen, Colleges und Universitäten. Der Wohnungsmarkt hat sich komplett gedreht – raus aus den Städten und in die attraktiven Regionen je nach LifeStyle.
  • Gehen Sie von einem größeren Strukturwandel aus und ggfs. wo sehen Sie die größten Veränderungen auf uns zukommen?
    Big Tech rollt alles nieder. Büroflächen werden nicht mehr in dem Maße gebraucht, inklusive aller damit zusammenhängenden Services und Kosten, der Retail Bereich kommt vollends unter die Räder und zu Tausenden sterben “Mom and Pop”-Shops, wie wir es in Deutschland in den 70er/80er Jahren gesehen haben.
  • Haben Ihre Erwartungen Einfluss auf die strategische Ausrichtung Ihres Fonds und ggfs welche Anpassungen haben Sie bereits vorgenommen oder planen Sie, vorzunehmen?
    Bei der Zusammenstellung unserer Portfolien werden die Qualität der Wertpapiere, wie zum Beispiel die Besicherung, sowie auch die Gewichtung der Sektoren beachtet und beobachtet. Damit wird das Exposure zu den vom Strukturwandel am meisten betroffenen Sektoren aktiv gemanagt.

Fonds:
Infinigon Investmentgrade Collateralized Loan Fund BI – ISIN DE000A1T6FY8
Investment Grade Liquid Alternative Fund I – ISIN LI0379757417

Gesellschaft: Infinigon GmbH

KFM Deutsche Mittelstand AG

Hans-Jürgen Friedrich

Vorstandsvorsitzender
KFM Deutsche Mittelstand AG


Flexibler Mittelstand profitiert von Lieferketten-Verlagerung

  • Wie sind Ihre Erwartungen: Werden wir die Corona-Krise in Wirtschaft und Gesellschaft bald hinter uns lassen und zur Normalität zurückkehren?
    Die Corona-Krise wird uns sicherlich noch lange begleiten und die Normalität, wie wir sie bis Februar 2020 kannten, werden wir so bald nicht sehen. Auch wenn 2021 ein Impfstoff zugelassen werden sollte, ist nach unserer Einschätzung eine Rückkehr zur Normalität noch in weiter Ferne.
  • Gehen Sie von einem größeren Strukturwandel aus und ggfs. wo sehen Sie die größten Veränderungen auf uns zukommen?
    Was während des Lockdowns mit Grenzschließungen schnell deutlich wurde war, dass die Globalisierung deutliche Nachteile bringen kann. Zahlreiche Unternehmen haben damit begonnen, ihre Lieferketten zu untersuchen und orientieren sich wieder mehr auf Zulieferer im eigenen Land. Denn gerade als die Grenzen geschlossen und Lieferketten unterbrochen waren, waren es die deutschen mittelständischen Unternehmen, die flexibel auf die Nachfrage reagieren und somit die Kette schließen konnten. Dies könnte durchaus eine nachhaltige Entwicklung nach sich ziehen, die Lieferketten wieder vermehrt im eigenen Land aufzubauen.
  • Haben Ihre Erwartungen Einfluss auf die strategische Ausrichtung Ihres Fonds und ggfs welche Anpassungen haben Sie bereits vorgenommen oder planen Sie, vorzunehmen?
    Der Deutsche Mittelstandsanleihen FONDS und der im April 2020 aufgelegte Europäische Mittelstandsanleihen FONDS sind fokussiert auf verzinsliche Wertpapiere mittelständischer Unternehmen. Gerade die mittelständischen Unternehmen haben aus der letzten Finanzkrise gelernt und zeigen sich seither deutlich robuster aufgestellt. So wurden z. B. die Eigenkapitalquoten deutlich ausgebaut und Liquiditätsreserven geschaffen, um gerade in Krisenzeiten genügend Spielraum zu haben und weiterhin nachhaltig wirtschaften zu können. Außerdem können sich die mittelständischen Unternehmen mit ihren in der Regel kurzen Entscheidungswegen deutlich schneller auf neue Situationen einstellen als die Großindustrie. Das beweisen sie auch in der aktuellen Situation.
    Aus diesen Gründen sehen wir aktuell keine Veranlassung zu einer Änderung der Fonds-Strategie.
    Der Deutsche Mittelstandsanleihen FONDS ist in ein Kernportfolio (bis zu 75%) und ein Liquiditätsportfolio (bis zu 25%) aufgeteilt. Diese Struktur hat zum Ziel, den Fonds liquide zu halten, um etwaige höhere Rückzahlungen an Anleger des Fonds jederzeit sicherzustellen.
    Im März 2020 haben Anleger im Zuge der sich verstärkenden Auswirkungen der Corona-Krise Fondsanteile in Höhe von etwa 17 Mio. Euro zurückgegeben. Zusätzlich schüttete der Fonds für das Jahr 2019 je Fondsanteil 2,15 Euro für die Anteilsklasse M (Retail) und 2,30 Euro für die Anteilsklasse I (Institutionell) aus. Insgesamt wurde damit ein Betrag von rund 8,5 Mio. Euro für beide Anteilsklassen ausgeschüttet. Zum sechsten Mal in Folge konnte eine Ausschüttungs-Rendite von über 4% im Jahr bezogen auf den jeweiligen Anteilspreis zu Jahresbeginn erreicht werden.
    Bei Mittelstandsanleihen gilt grundsätzlich eine „buy and hold“-Strategie, das heißt, bereits beim Kauf der Anleihe wird im KFM-Scoring geprüft, ob die Anleihe am Ende der Laufzeit zurückgezahlt oder attraktiv refinanziert werden kann.
    Bereits Ende Dezember/Anfang Januar, als die Corona-Pandemie in China begann, dramatische Ausmaße anzunehmen, haben die Experten der KFM Deutsche Mittelstand AG das komplette Portfolio des Deutschen Mittelstandsanleihen FONDS akribisch auf mögliche Auswirkungen durch ein Übergreifen der Pandemie auf Europa untersucht und dabei festgestellt, dass keine sofortigen Verkäufe von einzelnen Portfoliowerten notwendig waren. Im KFM-Scoring wurde kein Portfolio-Wert identifiziert, bei dem Zweifel an der Fähigkeit zur Bedienung der Zinsen und der Rückzahlung am Laufzeitende aufkamen. Von daher sind die Kursrückgänge von Einzel-Anleihen in der Corona-Zeit an den Börsen selbstverständlich sehr ärgerlich – auch wenn diese Kurse ohne Umsätze selten die (außerhalb der Börsen) real bezahlten Preise widerspiegeln – doch entscheidend ist bei Anleihen, dass sie am Ende der Laufzeit zu 100% zurückgezahlt werden.

Fonds:
Deutscher Mittelstandsanleihen FONDS – ISIN LU0974225590
Europäischer Mittelstandsanleihen FONDS – ISIN DE000A2PF0P7

Gesellschaft: KFM Deutsche Mittelstand AG

OVIDpartner GmbH

Rainer Fritzsche

Geschäftsführer
OVIDpartner GmbH


Digitale Infrastruktur und Asien als Gewinner

  • Wie sind Ihre Erwartungen: Werden wir die Corona-Krise in Wirtschaft und Gesellschaft bald hinter uns lassen und zur Normalität zurückkehren?
    Ich habe das Gefühl, dass wir noch lange nicht den „Vor-Coronastand“ erreichen werden. In der Wirtschaft werden sich verschiedene Dinge ändern. Die sogenannte „neue“ Infrastruktur rückt mehr in den Fokus. Die Digitalisierung beschleunigt sich und das heißt Themen wie Serverfarmen, Datennetzwerke, Netzinhalte und Videoscreening treten in den Vordergrund. Ganz zu schweigen von einem stärkeren Einsatz von Algorithmen und künstlicher Intelligenz. Die Insolvenzwelle wird rollen im Bereich der kleinen und mittelständischen Unternehmen. Das wiederum schwächt den Konsum. Das heißt für mich, die volkswirtschaftliche Situation wird angespannter.
  • Gehen Sie von einem größeren Strukturwandel aus und ggfs wo sehen Sie die größten Veränderungen auf uns zukommen?
    Ich glaube, daes es große Veränderungen im Verhalten der Menschen untereinander geben wird. Misstrauen, Abstand und weniger soziale Kontakte könnten das Ergebnis sein. Die Reisebranche, gerade im Fernreisenbereich wird sich komplett umstellen. Wir werden auch dauerhaft mehr Einreisebeschränkungen und Vorgaben sehen. Der Büroimmobilienmarkt wird weniger wachsen, da viele Unternehmen aus dem Experiment „Homeoffice“ eine Dauerlösung einrichten werden.
  • Haben Ihre Erwartungen Einfluss auf die strategische Ausrichtung Ihres Fonds und ggfs welche Anpassungen haben Sie bereits vorgenommen oder planen Sie, vorzunehmen?
    Grundsätzlich passen wir die Ausrichtung (sektoral und geographisch) immer wieder an. Wir haben bereits den Anlageschwerpunkt hin zu digitaler Infrastruktur (wie zuvor beschrieben) und einer stärkere Ausrichtung Richtung Asien als der Region mit dem meisten Wachstum verschoben und werden dies weiter tun. Auch der Logistikbereiche bietet durch die anstehenden Veränderungen bei den Lieferketten langfristig gute Chancen. Warum meine Vorprodukte in Asien fertigen, wenn ich sie genauso günstig in Osteuropa fertigen kann? Nach einem wesentlich kürzeren Transportweg dann schneller zur Montage.
    Grundsätzlich gilt aber: Infrastruktur ist in Bewegung und die Wichtigkeit ist vielen erst in der Coronakrise bewusst geworden. Doch telefoniert und das Internet verwendet haben wir eher mehr als zuvor. Und damit das ordentliche Einkommen für unser Fonds-Portfolio gesichert durch zahllose kleine aber mehr als stabile  Zahlungen auch und gerade in Krisenzeiten.

Fonds: OVID Infrastructure HY Income UI – ISIN DE000A112T91

Gesellschaft: OVIDpartnerGmbH

Selection Asset Management GmbH

Jörg Scholl

Geschäftsführer
Selection Asset Management GmbH


Megatrends Nachhaltigkeit und Technologie weiter im Fokus

  • Wie sind Ihre Erwartungen: Werden wir die Corona-Krise in Wirtschaft und Gesellschaft bald hinter uns lassen und zur Normalität zurückkehren?
    Solange die Ansteckungszahlen nicht signifikant sinken, Kurzarbeit zurückgefahren wird und die Nachfrage, sowohl im Privatsektor als auch in der Industrie auf das Vorjahresniveau zurückkommt, kann von keiner endgültigen wirtschaftlichen Rehabilitation gesprochen werden. Zwar könnte die aktuelle Entwicklung an den Kapitalmärkten dazu verleiten, das Ende der Krise auszurufen, jedoch sehen wir seit dem drastischen Eingreifen der Notenbanken ein gravierendes Auseinanderdriften von Real- und Finanzwirtschaft. Die Corona-Krise wird uns aller Voraussicht nach begleiten, bis wir einen Impfstoff gefunden haben, der flächendeckend angeboten wird. Auch wenn die Forschung aktuell all ihre Energie in diesem Projekt konsolidiert wird es, Stand heute, noch länger andauern, bis man von Herdenimmunität sprechen kann. Bis zu diesem Punkt, der Stand heute in 2021 erreicht sein wird, sehen wir die Krise als nicht überwunden und müssen uns in der Realwirtschaft und an den Kapitalmärkten auf temporäre Rückschläge einstellen.
  • Gehen Sie von einem größeren Strukturwandel aus und ggfs. wo sehen Sie die größten Veränderungen auf uns zukommen?
    Wir gehen teilweise von einer Rückkehr zur alten Normalität aus. Jedoch wird in einigen Lebensbereichen eine bereits begonnene Veränderung auf uns zukommen. Die Technologisierung in unserem Alltag sowie ein verstärktes Nachhaltigkeitsbewusstsein werden noch stärker in den Mittelpunkt rücken und weitere Veränderungen mit sich bringen. Beide Megatrends haben sich schon vor Corona bemerkbar gemacht und dann schon war es nur eine Frage der Zeit, bis sie sich endgültig durchsetzen können. Vor allem im Bereich Nachhaltigkeit sehen wir mit Elektromobilität, dem Einsatz von Wasserstoff und regenerativen Energien eine strukturell tiefgreifende Veränderung auf uns zukommen.
  • Haben Ihre Erwartungen Einfluss auf die strategische Ausrichtung Ihres Fonds und ggfs welche Anpassungen haben Sie bereits vorgenommen oder planen Sie, vorzunehmen?
    Natürlich haben sie das. Besser ausgedrückt hatten sie das schon in der Vergangenheit. Wir sind bereits seit 2018 stark im Wasserstoffbereich investiert, weil wir schon damals von der Technologie und ihrer Zukunftsfähigkeit überzeugt waren. Genau das Gleiche gilt für die Technologiebranche. Trends früh zu erkennen und selektiv die richtigen Aktien im Fonds zu halten gehört zum Alltäglichen des Fondsmanagers. Wir sind unverändert von diesen Branchen überzeugt und haben Titel aus beiden Sektoren weiter stark im Fonds gewichtet.

Fonds: Selection Rendite Plus – DE000A2H7NQ9 (R) / DE0002605037 (I)

Gesellschaft: Selection Asset Management GmbH

Stratton Street Capital LLP

Hiren Patel

Gründungspartner und Gesellschafter
ANATH Group (Muttergesellschaft von Stratton Street)


Hoffen auf “Schein”-Normalität

  • Wie sind Ihre Erwartungen: Werden wir die Corona-Krise in Wirtschaft und Gesellschaft bald hinter uns lassen und zur Normalität zurückkehren?
    Es ist schwierig, genau vorherzusagen, wie unsere Gesellschaft die COVID-19 Pandemie überwinden bzw. lernen wird, damit zu leben. Aber vor dem Hintergrund der enormen globalen Bemühungen, passende Behandlungsmethoden und Impfstoffe zu finden, hoffen wir auf eine baldige Rückkehr zu einer gewissen „Schein“-Normalität.  Historisch gesehen konnten Krisen oft den medizinischen und technologischen Fortschritt beschleunigen, so dass die gegenwärtigen COVID-19 Maßnahmen längerfristig von Nutzen sein könnten. Eine Rückkehr zu den bisherigen westlichen Lebensstandards, zu deutlich unflexibleren Arbeitszeiten- und Home Office-Regeln, sowie den früheren Hygienestandards ist kaum vorstellbar.  
  • Gehen Sie von einem größeren Strukturwandel aus und ggfs. wo sehen Sie die größten Veränderungen auf uns zukommen?
    Die britische Finanzdienstleistungsbranche war in einer sehr guten Position, um die vollständige Abschottung zu bewältigen, da es effiziente Krisenmanagementpläne (disaster recovery policies) gab. Stratton Street machte keine Ausnahme; wir konnten unsere Büros ohne Vorankündigung schließen, und den Lockdown über Nacht implementieren.  Wir waren in der Lage, unsere Kostenbasis während der Abriegelung ohne Personalverlust zu halten, und haben in dieser Zeit nur wenige Entlassungen in der Branche beobachtet.  Dies könnte sich in den kommenden Monaten ändern; auch werden andere Krisen, wie ein “No Deal Brexit” und/oder eine mittel- bis langfristige Steuererhöhung, definitiv von größerer Bedeutung sein und sich deutlich nachteiliger auf die Unternehmen auswirken.
  • Haben Ihre Erwartungen Einfluss auf die strategische Ausrichtung Ihres Fonds und ggfs welche Anpassungen haben Sie bereits vorgenommen oder planen Sie, vorzunehmen?
    Eine volkswirtschaftliche, Top-Down Betrachtung ist für die Verwaltung unserer Kreditportfolien unerlässlich; wir verwenden eine Vielzahl von Makromodellen, um die richtige Positionierung der Portfolien im Hinblick auf die jeweilige Phase des makroökonomischen Zyklus zu gewährleisten. Unser globales Wachstumsmodell hat sich seit Mitte der 90er Jahre bei der Ermittlung künftiger Trends im globalen Wachstum bewährt. An diesem Investmentprozess hat sich trotz der bisherigen Krise nichts geändert und wir haben nur geringe, krisenbedingte Anpassungen vorgenommen;  wir werden auch weiterhin das global growth model, sowie die NFA Analyse für die Länderallokation sowie das relative-value-model für die Titelselektion anwenden.

Fonds:
NFA Global Bond Strategy QA EUR hedged – ISIN LU1483930282
Next Generation Global Bond Fund UI QA EUR hedged – ISIN LU1483929516

Gesellschaft: Stratton Street Capital LLP

Value Partnership GmbH

Dr. Carl Otto Schill

Geschäftsführer
Value Partnership Management GmbH


Nachhaltige GARP-Unternehmen bleiben die Favoriten

  • Wie sind Ihre Erwartungen: Werden wir die Corona-Krise in Wirtschaft und Gesellschaft bald hinter uns lassen und zur Normalität zurückkehren?
    Normalität bezeichnet das Selbstverständliche in einer Gesellschaft. Dieses Selbstverständliche betrifft dabei soziale Normen und konkrete Verhaltensweisen von Menschen. Die Corona Krise wird hier unserer Meinung nach keine großen Veränderungen bewirken und allenfalls partiell Veränderungen beschleunigen.
  • Gehen Sie von einem größeren Strukturwandel aus und ggfs. wo sehen Sie die größten Veränderungen auf uns zukommen?
    Verschiedene Rahmenbedingungen wie der technologische Wandel und die Umweltbelastung führen schon seit Jahren zu einem beschleunigten Strukturwandel von Wirtschaft und Gesellschaft. Hinzu kommt ein verändertes Paradigma in der Geldpolitik. Zwei Aspekte dieser veränderten Rahmenbedingungen möchte ich dabei besonders hervorheben.
    Erstens kommt es zu einer stärkeren Entmaterialisierung des Konsums und der Produktion. Der immaterielle Konsum nimmt zu, was z.B. die steigende Internetnutzung zeigt. Es gibt aber auch immer mehr Unternehmen, deren Wertschöpfung zum Großteil immateriell ist. Auf der anderen Seite werden Unternehmen mit hohem materiellen Ressourcenverbrauch eher zu den Verlierern zählen.
    Zweitens hat die Bedeutung des Zinses stark abgenommen. Das hat weitreichende Konsequenzen für die Entscheidungsfindung. Zeit kostet kein Geld mehr und verändert den Konsum, die Investitionen und auch die Vermögensanlage.
  • Haben Ihre Erwartungen Einfluss auf die strategische Ausrichtung Ihres Fonds und ggfs welche Anpassungen haben Sie bereits vorgenommen oder planen Sie, vorzunehmen?
    Die strategische Ausrichtung des Value Partnership Fonds besteht seit Gründung im Jahr 2015 und wurde seitdem nicht verändert. Der Fonds ist nicht ohne Grund ein long only Aktienfonds mit einem langfristigen Anlagehorizont. In dem aktuellen monetären Umfeld sind wir der Überzeugung, dass nur die Beteiligung an guten Unternehmen in der Lage ist mittel- bis langfristig eine reale positive Rendite zu erwirtschaften. Dabei investieren wir in den Nischen der Megatrends in sogenannte GARP Unternehmen (Growth at a reasonable price). Meistens finden wir diese im Small Cap Segment. Es sind Unternehmen, die von dem oben beschriebenen Strukturwandel profitieren, da sie nachhaltige Lösungen anbieten.

Fonds: Value Partnership – ISIN DE000A14UV29 (I) / DE000A14UV37 (P)

Gesellschaft: Value Partnership Management GmbH


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