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Die Top-Picks der unabhängigen Assetmanager im Jahr 2021

Welches sind die aussichtsreichsten Aktien für das gerade begonnene Jahr 2021?

Die Favoriten stammen aus sehr unterschiedlichen Bereichen, dabei geht es u.a. um Themen wie Künstliche Intelligenz, Milchprodukte, gedruckte Elektronik, Schwerhörigkeit, Wasserstoff und Software.

Unabhängige Assetmanager legen sich auf den nächsten Seiten fest und geben auch eine Begründung für ihre Aktienauswahl.


Wichtiger Hinweis: Bei den in dieser aktuellen Umfrage getätigten Äußerungen handelt es sich nicht um Kauf- oder Verkaufempfehlungen oder Finanzanalysen. Die Meinungen der befragten Fondsmanager und -berater eignen sich nicht zur direkten Übernahme in eigene Anlagestrategien. Basis von Kauf- und Verkaufentscheidungen sollten immer die gesetzlich vorgeschriebenen Verkaufsunterlagen wie Verkaufsprospekte und Jahresberichte sowie eine ausführliche individuelle Beratung sein.

Die Autoren bzw. die Unternehmen für die Sie tätig sind, besitzen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung möglicherweise Positionen in den genannten Aktien.

AI Leaders

Christian Hintz

Geschäftsführer
Christian Hintz Vermögensverwaltung GmbH


Beschleunigung der digitalen Transformation

Unser Top-Pick 2021 ist C3.ai, ein absolut KI-relevantes, führendes US-Unternehmen aus dem Bereich KI-Enterprise-Software.

C3.ai wurde 2009 vom Milliardär und erfolgreichen Unternehmer Tom Siebel gegründet, der bereits 2006 sein Unternehmen Siebel Systems für rund sechs Milliarden Dollar an Oracle verkauft hatte. Im Dezember 2020 hat er sein neuestes Start-up an die Börse gebracht.

C3.ai bietet Software im Bereich Künstliche Intelligenz (AI) in diversen Gebieten (Bekämpfung von Geldwäsche, Betrugserkennung, Kundenbeziehungsmanagement, Bestandsoptimierung und weitere).

C3.ai stellt seine Software als Entwicklungsumgebung in der Cloud (Kunden erstellen ihre KI-Apps selbst) und als Standardpaket vorgefertigter Apps bereit. Das Unternehmen zählt bereits solche namhaften Konzerne wie AstraZeneca, Air Force, Salesforce, 3M, Shell und Microsoft zu seinen Kunden.

Es unterstützt Unternehmen bei der Beschleunigung ihrer digitalen Transformation und liefert Tools für die Entwicklung, die Bereitstellung und den Betrieb von umfangreichen AI-, Analyse- und IoT-Anwendungen, sowie ein immer breiteres Portfolio an schlüsselfertigen AI-Anwendungen.

Der Kern des C3.ai-Angebots ist eine revolutionäre, modellbasierte KI-Architektur, welche die Datenwissenschaft und Anwendungsentwicklung drastisch verbessert, um bessere Vorhersagen machen zu können. Das ermöglicht es den Unternehmen, zu den Algorithmen zu gelangen, die wirklich vorausschauend sind.


Fonds: AI Leaders – ISIN DE000A2PF0M4

Gesellschaft: AI Leaders

FOCAM AG

Andreas Schmidt

FOCAM AG


Neuseeländische Milchprodukte

A2 Milk ist ein neuseeländischer Vermarkter von A1-freiem Milchprotein, besonders in Form von Babynahrung. Die Aktie erscheint nach dem heftigen Kursrückgang seit Juni 2020, von A$ 20 auf A$ 10, reif für eine deutliche Erholung. Das erfolgsverwöhnte Unternehmen mit einer jährlichen Wertentwicklung von über 44 % in den letzten 5 Jahren steht allerdings vor mehrfachen Herausforderungen.

Die Belastungsfaktoren:

  • Defensive Konsumwerte wie Nestle u. a. leiden unter einem Käuferstreik, da zyklische Unternehmen von den Anlegern aktuell stark favorisiert werden.
  • Der Konflikt zwischen Australien und China wegen Corona belastet die Beziehung zwischen beiden Ländern. China verweigert die Einfuhr von australischen Produkten wie Eisenerz, Kohle, Wein u. v. m. Auslöser waren Äußerungen des australischen Premiers in Bezug auf die Ausbreitung des Corona-Virus und Chinas Verhalten der Vertuschung.
  • Mit dem scharfen Lockdown in Australien konnten ausländische Touristen nicht mehr in das Land einreisen, damit verlor A2 Milk einen ganz wichtigen Vertriebskanal: den Daigou. Dabei geht es um den Import von ausländischen Produkten durch chinesische Touristen oder Händler. Diese Art von Verkauf macht bis zu 25 % des Umsatzes von A2 Milk in Australien aus. Das entsprechende Marktsegment ist eingebrochen und führte zu deutlichen Umsatz- und Ertragsanpassungen bei der Gesellschaft. Stieg der Umsatz in den letzten 5 Jahren im Durchschnitt um 62 %, erwarten Analysten einen Umsatzrückgang für das Geschäftsjahr per Ende Juni 2021 von 16 %. Das operative Ergebnis sollte etwa 23 % fallen.

Gründe, warum A2 Milk dennoch ein Investment wert ist:

  • Das Unternehmen ist schuldenfrei.
  • Die Eigenkapitalquote liegt bei 78 %.
  • Das Unternehmen gewinnt in China als eines der wenigen ausländischen Anbieter Marktanteile.
  • Das Premium Segment ist das einzige Marktsegment, dass in China noch wächst. Hier ist A2 Milk angesiedelt. Chinesische Eltern präferieren erstklassige Qualität und sind bereit dafür viel Geld dafür auszugeben.
  • Das Unternehmen hat im Dezember einen 75%igen Anteil an einer neuseeländischen Molkerei (Mataura) von dem chinesischen Staatsunternehmen erworben. Diese strategische Maßnahme zeigt, dass die Beziehungen zu China weiter intakt sind.
  • Sollte der Lockdown irgendwann im lfd. Jahr aufgelöst werden, dann sollte A2 Milk von dieser Maßnahme wieder profitieren, denn die Chinesen sind bekannt für ihre Reiselust.
  • Eine Deeskalation zwischen Australien und China erscheint nur eine Frage der Zeit zu sein, damit steigt auch die Chance, dass australische Produkte in China wieder mehr nachgefragt werden.
  • A2 Milk baut seinen direkten Marktzugang in China weiter aus.
  • Der Pessimismus unter den Analysten und Shortsellern ist aktuell immer noch hoch.

Risiken:

  • Der Lockdown in Australien bleibt bis in den Herbst hinein bestehen und belastet weiter die Ertragsrechnung von A2 Milk.
  • Der neue CEO David Bortolussi von HanesBrands schafft die Wende nicht zum Besseren.
  • Die chinesischen Kunden könnten vermehrt auf einheimische Produkte setzen.

Fonds: Entrepreneur AS Select– DE000A2PE1A8 (R) / DE000A2PF0U7 (I)

Gesellschaft: FOCAM AG

FPM Frankfurt Performance Management AG

Raik Hoffmann

Vorstand
FPM Frankfurt Performance Management AG


Restrukturierung und gedruckte Elektronik

Seit der Neubesetzung des CFO-Postens und des Aufsichtsrats hat Heidelberger Druckmaschinen in den letzten 12 Monaten ein großes Restrukturierungsprogramm durchgezogen. Neben einem umfassenden Mitarbeiterabbau wurden unprofitable Produktlinien eingestellt sowie auch rund 200 Millionen Euro durch den Verkauf von wenig rentablen und nicht benötigten Vermögensgegenständen erlöst.

Nur zur Einordnung der obigen Summen: die aktuelle Börsenbewertung beträgt rund 260 Millionen Euro. Wie wir vom Management hören, dürfte hier auch durchaus noch weiteres Potenzial für Verkäufe vorhanden sein.

Gleichzeitig wurden durch eine Rückübertragung von Pensionsvermögen die Mittel für die Restrukturierung (z.B. den Mitarbeiterabbau) und die Rückzahlung einer hochverzinsten Anleihe generiert und damit die Finanzschulden weitgehend abgebaut.

Durch die oben genannten Maßnahmen will Heidelberger Druckmaschinen mittelfristig sein Ergebnis um netto 100 Millionen pro Jahr verbessern. Brutto sollten die Einsparungen höher ausfallen, allerdings sind gewisse Kostensteigerungen der Zukunft (z. B. Lohnerhöhungen) bereits berücksichtigt. Wenn sich die Corona bedingt gefallenen Auftragseingänge wieder normalisieren, sollte erstmals seit vielen Jahren wieder eine zufriedenstellende Profitabilitätslage möglich sein.

Sobald die Früchte der Restrukturierung besser sichtbar werden, könnte der Kapitalmarkt sein Augenmerk auf zusätzliche Value-Treiber legen. So ist z. B. Heidelberger Druckmaschinen einer der führenden Hersteller von Wallboxen (Elektroauto-Ladestationen für zu Hause) in Deutschland.
Schaut man sich die Börsenbewertungen gelisteter Unternehmen aus diesem Bereich an (z. B. Compleo, Zaptec), würde schon dieser Bereich einen Großteil der aktuellen Börsenbewertung abdecken.

Ebenso hat sich Heidelberger Druckmaschinen mit gedruckter Elektronik einen hochspannenden Wachstumsbereich erschlossen. Darüber hinaus steigt der Anteil von wiederkehrenden Umsätzen seit Jahren an und steht besonders im Fokus des Managements. Mit Hilfe von wiederkehrenden Abonnement-Modellen sollen künftig die Umsatzerlöse verstetigt werden.


Fonds: FPM Funds Stockpicker Germany All Cap – ISIN LU0124167924 / LU0850380873
Fonds: FPM Funds Stockpicker Germany Small/Mid-Cap – ISIN LU LU0207947044 / LU1011670111

Gesellschaft: FPM Frankfurt Performance Management AG

nova funds GmbH

Oliver Kämmerer

Geschäftsführer
nova funds GmbH


Medikament gegen Altersschwerhörigkeit

Frequency Therapeutics (FREQ) ist ein biopharmazeutisches Unternehmen, das sich zum Ziel gesetzt hat, ein Medikament zur Behandlung des sensorineuralen Hörverlustes zu entwickeln.

Ein sensorineuraler Hörverlust tritt ein, sobald die feinen Haarzellen des Innenohrs verletzt oder nicht vorhanden sind. Diese Haarzellen können aber auch durch übermäßigen Lärm beschädigt werden. Aufgabe der winzigen Zellen ist es, Schall vom Innenohr über den Hörnerv an das Gehirn weiterzuleiten. Ein altersbedingter sensorineuraler Hörverlust wird auch als Altersschwerhörigkeit bezeichnet, in Europa und den USA leiden ca. 60 Millionen Menschen darunter. Der Einsatz von Hörgeräten oder Cochlea Implantaten ist zur Zeit die einzige Behandlungsmöglichkeit.

Der in das Ohr injizierte von Frequency Therapeutics entwickelte Wirkstoffkandidat FX-322 soll künftig das Wachstum der Haarzellen im Innenohr stimulieren. Eine initiale klinische Phase I/II Studie hat die Verträglichkeit des Wirkstoffes gezeigt wie auch eine verbesserte Worterkennung im Vergleich zur Ausgangsbasis. Klinische Daten zu einer größer angelegten Phase IIa Studie sollten zum Ende des 1. Quartals 2021 vorliegen.

Das Umsatzpotential von FX-322 bei einer darauf folgenden erfolgreichen Phase III Studie und der nachfolgenden Marktzulassung könnte bei weit über USD 1 Milliarde liegen.


Fonds: nova Steady HealthCare – ISIN DE000A1145H4 / DE000A1145J0

Gesellschaft: nova funds GmbH

Selection Asset Management GmbH

Jörg Scholl

Geschäftsführer
Selection Asset Management GmbH


Wasserstoff – die Empfehlung für 2021

Spätestens seit dem letzten Jahr gehören Wasserstoffaktien zu den „Hot-Stocks“ und sind ganz oben auf den Top-Listen der meistgeklickten Aktien zu finden. Das Thema scheint also endgültig am Kapitalmarkt angekommen und viele Investoren wollen beim Goldrausch der Gegenwart mit an Bord sein. Hohe Investitionssummen weltweit, die Wahl eines sich mehr auf das Klima fokussierenden US-Präsidenten, der Green Deal der EU und die Hoffnung, dass Wasserstoff die Mobilitätslösung der Zukunft sein wird, trieben vor allem im Jahr 2020, die Kurse der entsprechenden Titel in nie dagewesene Höhen. Doch wie wird sich dieser Trend im aktuellen Jahr fortsetzen?

Wir glauben nach wie vor an das Potential dieser Technologie und setzen auch in unseren Fonds weiter auf Werte aus dem Segment Wasserstoff, jedoch gilt es unserer Ansicht nach im Wasserstoffjahr 2021 einige Punkte zu beachten:
Erstens sind die Bewertungen der Aktien, die zum Großteil auf Zukunftserwartungen beruhen, kritisch nach Umsatzentwicklung und Profitabilität der jeweiligen Firmen zu hinterfragen. Dazu kommt das gestiegene Interesse von Privatinvestoren an Aktien generell, aber vor allem in dieser Branche. Das Herdeninvestment privater Investoren erhöht zudem die Wahrscheinlichkeit von Fehlinterpretationen und überhöhter Kurse sowie plötzlicher Gewinnmitnahmen. Das kann die Volatilität der Titel von einem schon hohen Niveau noch weiter steigern. Die kommenden Geschäftsberichte des letzten Jahres werden Auskunft über die fundamentale Entwicklung der aktuell hochgelobten Unternehmen geben.
Wir sehen Wasserstoff nach wie vor als hervorragende Investmentmöglichkeit jedoch mit einem weiter gestiegenen Risiko und dem Potential höherer Kursrückschläge im laufenden Jahr. Es gilt, die Entwicklung dieser Titel sehr genau zu beobachten, um bei größeren Marktschwankungen sofort reagieren zu können.

Zu unseren Top-Picks aus dem Bereich Wasserstoff gehört seit 2018 das norwegische Unternehmen NEL. Im Dezember 2020 war die Aktie das erste Mal der am höchsten gewichtete Titel im Selection Rendite Plus Fonds.

Das norwegische Unternehmen bietet mit Elektrolysen, welche der  Herstellung von Wasserstoff dienen, Wasserstoffspeichern- und Tankstellen eine breite Palette an Wasserstofflösungen an. Als Wachstumsunternehmen überzeugt NEL mit starkem Umsatzwachstum und hat gute Chancen, von den Wasserstoffoffensiven der Politik weiter zu profitieren. Dazu ist die Aufnahme der Aktie in den Euro Stoxx 600 (Subindex: Energy) als positiv im Hinblick auf die Liquidität des Titels zu werten.


Fonds: Selection Rendite Plus – DE000A2H7NQ9 (R) / DE0002605037 (I)

Gesellschaft: Selection Asset Management GmbH

Value Partnership GmbH

Dr. Carl Otto Schill

Geschäftsführer
Value Partnership Management GmbH


„Bei GK Software herrscht Aufbruchstimmung“

das sagte Rainer Gläß, Gründer und CEO von GK Software kürzlich in einem Interview. Und was das Unternehmen in den letzten Jahren geschafft hat, ist herausragend.  1990 in der sächsischen Provinz gegründet, ist es heute das weltweit führende Softwareunternehmen, wenn es um die Neuinstallationen von Kassensystemen des Einzelhandels geht.  Mit modularen Softwarelösungen sowie Programmier- und Wartungsdienstleistungen fokussiert sich GK Software insbesondere auf große Filialunternehmen. Prominente Kunden sind z.B. Lidl, Migros oder Walmart.

Obwohl das Unternehmen kontinuierlich stark gewachsen ist, der Umsatz liegt aktuell bei ca. 125 Mio. Euro, konnten die Ergebnisse in den letzten Jahren nicht Schritt halten. Grund dafür waren eine Reihe von Zukunftsinvestitionen. So wurde u.a.a die Software Cloud fähig gemacht.  Außerdem wurden Erweiterung wie z.B. eine Tankstellenlösung und neue Funktionen wie z.B. das Bezahlen mit dem Smartphone programmiert. Sehr kostspielig war auch der Eintritt in den US Markt.  Durch die Gründung einer Tochterfirma zusammen mit der Bundesdruckerei wird ab 2021 auch die gesetzlich vorgeschriebene Aufzeichnung von Kassenumsätzen angeboten.

Ein im letzten Jahr aufgelegtes Effizienzprogramm soll jetzt auch die Ergebnisse liefern, die GK Software in den letzten Jahren gefehlt haben. Bereits das Jahr 2020 hat trotz Corona gezeigt, dass das Unternehmen auf dem richtigen Weg ist.

Bezogen auf die herausragende Marktstellung, die Umsatzsteigerungen und die zu erwartenden überproportionalen Ergebnissteigerungen ist die Aktie des „Hidden Champions“ unserer Meinung nach ein Schnäppchen. Es ist wahrscheinlich, dass der Markt in 2021 das Unternehmen entdeckt und es zu einer deutlichen Kurssteigerung kommen kann.


Fonds: Value Partnership – ISIN DE000A14UV29 (I) / DE000A14UV37 (P)

Gesellschaft: Value Partnership Management GmbH


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