29.10.2022

 

Herr Stillger, Sie sind erfolgreicher Unternehmer mit sehr vielfältigen Geschäftsaktivitäten. Spiegelt sich das in der Investmentstrategie für den MB Fund Max Global wider?

Stillger: Ja ganz sicher. Für uns ist das unter­nehme­rische Denken die Grundlage für alle Investitions­entscheidungen. Unternehmer setzen auf das Investieren, vom spekulativen Traden halten wir dagegen wenig. Es stellt sich immer die Frage, ob ein aktueller Kurs an der Börse gerechtfertigt ist, oder sich aufgrund externer Einflussfaktoren Übertreibungen in die eine oder andere Richtung ergeben haben. Davon kann man mit einer guten Analyse und gesundem Menschenverstand oftmals profitieren. Allerdings darf man es auch nicht zu kompliziert machen, wir setzen gerne auf die ‚kleine Bierdeckelrechnung‘.

Jetzt haben Sie mich neugierig gemacht, was verstehen Sie darunter?

Stillger: Mit relativ einfachen Rechnungen überprüfen wir uns auffallende Kursbewegungen bei generell aussichtsreichen Aktienwerten und stoßen so immer wieder auf Opportunitäten im Aktienmarkt.

Sie setzen bei der Aktienselektion auf aussichtsreiche Bereiche, also Themenschwerpunkte, aus denen Ihre Investments kommen. Ändern sich diese häufig und welche Themen sind das zur Zeit?

Müller: Sie ändern sich sehr selten, weil es sich immer um langfristige Wachstumsfelder handelt. Wenn wir der Überzeugung sind, dass sich die mittel- oder langfristige Wachstumsperspektive nicht geändert hat, können wir daher bei Kursverwerfungen auch schon mal kräftig dagegen halten. Der Markt hat immer recht, sagt man, aber das gilt nicht an jedem Börsentag. Kurzfristige Modethemen greifen wir definitiv nicht auf.

Unser wichtigsten Themenfelder sind  erneuerbare Energien, Grund- und Rohstoffe, Pharma und Gesundheit, innovative Technologien und Trends, die durch den demographischen Wandel entstehen. Mit diesen Themenfelder ergänzen wir eine Basisaus­stattung an Value-Aktien. Mit dieser Auswahl ist es möglich, eine höhere Aktienquote als bei einem klassischen ausgewogenen Ansatz umzusetzen, wobei die Risikokennziffern nur unterproportional ansteigen.

Herr Stillger, Sie legen aber auch großen Wert auf Diversifikation. Das ist ja bei den aktuell oftmals gleichgerichteten Bewegungen von Aktien und Anleihen gar nicht so einfach. Wie diversifizieren Sie?

Stillger: Wir setzen auf wesentlich mehr als nur Standardaktien und Staatsanleihen. Zu einer guten Diversifikation gehören aktuell auch Rohstoffe, Unternehmensanleihen, Investmentfonds und vor allem Aktien von Unternehmen mit besonders stabilen Ertragsströmen. Dazu zählen auch und gerade Gesellschaften aus den Bereichen Erneuerbare Energien, einem Sektor, in dem wir uns sehr gut auskennen. Bei Ihnen sind die Einnahmen recht zuverlässig über lange Zeiten berechenbar und die Kurse sind ungerechtfertigterweise deutlich zurückgekommen.

Ihr KnowHow in diesem Bereich ist sicherlich ein Extra, von dem andere Fonds nicht profitieren können. Sie sind schon länger in diese Aktien investiert?

Stillger: Ja, in der Tat. Abseits des Fonds haben wir  bereits im Jahr 1998 erfolgreich den ersten Windpark realisiert, es kamen dann noch viele weitere dazu, und seit 2003 konnten wir auch zahlreiche Solarpark-Projekte für unsere Kunden umsetzen. Daher kennen wir uns in der Branche sehr gut aus und nutzen diese Spezialkenntnisse auch bei der Aktienselektion für den Fonds. Im Laufe der vergangenen zwei Jahre haben wir die Gewichtung dieses attraktiven Sektors (und unter Berücksichtigung auch der Bonds in diesem Bereich) von einer kleinen Beimischung im einstelligen Prozent­bereich auf rund 14,5% angehoben und lauern auch jetzt quasi auf weitere Investmentchancen.

Wenn man sich das Fondsportfolio ansieht, wundert man sich etwas. Ist Ihr Deutschland-Anteil ungewöhnlich groß für einen globalen Mischfonds?

Müller: Ein guter Punkt, aber die Übersicht führt aus mehreren Gründen etwas in die Irre. Zum Einen sind die meisten allokierten deutschen Unternehmen stark international tätig, zum Anderen haben wir eine Reihe von Aktien im Portfolio, die wir nicht direkt an der Heimatbörse kaufen können, das verzerrt zusätzlich. Außerdem laufen alle Gold- und Silber-Investment unter deutschen ISINs, ebenso einige Drittfonds, in die wir investiert haben. Wir sind unverändert sehr international aufgestellt, hängen aber nicht an einer Benchmark, sondern nutzen flexibel weltweit die Chancen, egal wo sie sich auftun.

Sind Sie auch mit eigenem Geld in den Fonds investiert?

Müller: Selbstverständlich, wir sitzen mit allen Anlegern in einem Boot. Das sind übrigens in vielen Fällen unsere Familienmitglieder, Nachbarn und Freunde aus unserer Heimatstadt und Umgebung. Dadurch haben wir nicht nur eine Gleichrichtung der Interessen, sondern auch eine große Verpflichtung dem eigenen Umfeld gegen­über.

Herr Stillger, Sie sind als großer Fussball-Fan bekannt. Wie würden Sie den MB Fund Max Global im Depot einsetzen? Als konservativen Verteidiger, im ausgewogenen Mittelfeld oder als offensiver Stürmer? Spaß beiseite, wie hoch ist die Aktienquote in Ihrem Fonds normalerweise und jetzt aktuell?

Stillger: An Aktien geht auf mittlere oder lange Sicht kein Weg vorbei, was einfach zu erklären ist. Immerhin hat man als Investor hier echte Werte, nämlich einen Teil am Unternehmen, der unabhängig von kurzfristi­gen Bewegungen an den Zins- oder Aktienmärkten erhalten bleibt. Nach jeder Krise haben Aktien daher immer neue Höchstkurse erreicht.
Der Max Global ist im offensiven Mittelfeld angesie­delt, wobei wir aber auch Wert auf Defensivarbeit nach hinten legen. Seine Stärke liegt definitiv in der Teilhabe an steigenden Aktienkursen, zur Zeit sind wir mit 73,9% in Dividendenwerten investiert, weil sich gerade in den aktuell schwierigen Börsenphasen immer wieder sehr attraktive Investitionschancen auftun, die wir nutzen wollen.

Und es gibt eine weitere interessante Verbindung zum Fussball: Wir haben uns die Namensrechte für die Sportanlage meines Heimatvereins gesichert. Der Max-Global-Sportpark sieht dann künftig hoffentlich genauso spannende Spiele wie die Allianz-Arena oder der Signal-Iduna-Park. Und der Verein profitiert von einer jährlichen Pacht, die an das Fondsvolumen gekoppelt ist. Damit fördern wir die Jugendarbeit im regionalen Bereich.

Wie bekommen Investoren Informationen zu Ihrem Fonds?

Müller: Natürlich veröffentlichen wir regelmäßig eine sehr transparente Darstellung auf unserer Internet-Homepage, aber viele Anleger schätzen auch die anlassbezogenen Markteinschätzungen, die sehr klare Meinungen transportieren. Wir halten dabei nicht viel von diplomatischen Formulierungen, sondern nennen die Dinge klar beim Namen. Gerade in schwierigen Börsenphasen ist das besonders gefragt. Die Anmeldung für diese zusätzlichen Informationen ist über unsere Internetseite möglich.

 

Hier finden Sie ein PDF mit dem Interview zum Download.

 


Fonds:
MB Fund Max Global – ISIN LU0230368945
Gesellschaft:
MB Fund Advisory GmbH


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