30.07.2026

Der seit Februar wieder aufgeflammte Konflikt zwischen den USA und Iran hat die Straße von Hormuz phasenweise nahezu lahmgelegt: Zeitweise passierten nur noch einzelne Tanker die Meerenge, an manchen Tagen wurde gar kein Verkehr mehr registriert. Nun ist ein zweites Nadelöhr ins Visier geraten: Jemens Huthi-Miliz kündigte an, Schiffen mit Ziel saudischer Häfen die Durchfahrt durch die Straße von Bab al-Mandab zu verweigern, faktisch ein Embargo gegen saudische Ölexporte über das Rote Meer. Betroffen ist eine Route, über die Saudi-Arabien zuletzt rund 5,9 Millionen Barrel täglich verschiffte, um Hormuz bewusst zu umgehen. Analysten von Standard Chartered sprechen bereits von einem „Zwei-Nadelöhr-Problem“. Eine Umleitung um das Kap der Guten Hoffnung würde die Transportzeit um rund einen Monat verlängern. Die Ölpreise reagierten prompt: Brent notiert deutlich über dem Niveau von Anfang Juli, in den USA stieg der Benzinpreis binnen einer Woche auf vier Dollar je Gallone.

Divergenz statt Gleichlauf in Transport und Energie

Für Marktteilnehmer ist bemerkenswert, wie unterschiedlich einzelne Subsektoren auf dieselbe geopolitische Lage reagieren. Während Rohöl- und Tankerraten steigen und Raffinerie-Margen sich ausweiten, bewegen sich Containerfrachtraten deutlich moderater, während Fluggesellschaften unter den steil gestiegenen Kerosinpreisen leiden und asiatische LNG-Spotpreise gleichzeitig anziehen. Diese Streuung, nicht die Richtung des Ölpreises an sich, ist der eigentliche Ausgangspunkt für Relative-Value-Positionierungen in Transport und Energie.

Foto von Hubertus Clausius

„Wenn zwei Nadelöhre gleichzeitig unter Druck geraten, reagieren nicht alle Segmente in Transport und Energie gleich, sondern mit völlig unterschiedlichem Tempo und Ausmaß. Genau in dieser Streuung liegt für uns die eigentliche Ertragsquelle, unabhängig davon, ob der Ölpreis am Ende steigt oder fällt.“

Hubertus Clausius, Seahawk Equity Long Short Fund, Seahawk Investments GmbH

Relative-Value-Ansatz als Antwort auf strukturelle Unsicherheit

Long/Short-Strategien, die gezielt auf solche Dispersion setzen, folgen einem anderen Ertragsmechanismus als klassische Long-only-Ansätze. Statt auf eine Marktrichtung zu setzen, werden innerhalb eines Sektors Positionen aufgebaut, die von Divergenzen zwischen Subsegmenten profitieren, etwa zwischen Tankern und Containerschifffahrt oder zwischen konventioneller und erneuerbarer Energieerzeugung. Das erklärt die vergleichsweise geringe Korrelation solcher Ansätze zu breiten Aktienindizes.

Foto von Hubertus Clausius

„Unser Investmentprozess ist darauf ausgelegt, solche Divergenzen früh zu erkennen und long wie short abzubilden. Das reduziert die Abhängigkeit von der Richtung eines einzelnen Marktes erheblich.“

Hubertus Clausius, Seahawk Equity Long Short Fund, Seahawk Investments GmbH

Kein Einzelfall, sondern wiederkehrendes Muster

Störungen an maritimen Engpässen sind kein neues Phänomen: Schon 2019 nahm ein Angriff auf saudische Ölanlagen rund 5,7 Millionen Barrel Tagesproduktion vom Markt und löste den größten Tagessprung des Ölpreises seit der Golfkrise 1990 aus. Für spezialisierte Marktteilnehmer sind solche Episoden weniger Ausnahmezustand als wiederkehrendes Element des Marktzyklus in Transport und Energie.

Hubertus Clausius ist Geschäftsführer der Seahawk Investments GmbH und Fondsmanager des Seahawk Equity Long Short Fund mit Fokus auf Transport und Energie.

 


Fonds:                 Seahawk Equity Long Short Fund LU1910829313 (R) * LU1910829156 (I)
Gesellschaft:      Seahawk Investments GmbH


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