Der Mischfonds MB Fund Max Global wirbt für sich als „Fonds mit den unglaublichen Einzelspielern“ – ein Fußballbild, das gerade doppelt passt. Denn zwei der auffälligsten Positionen im Bestand kommen selbst aus einer Fußball- und einer Schifffahrtsecke des Kurszettels: der Bundesligist Borussia Dortmund und die Hamburger Reederei Ernst Russ AG. Bei beiden Titeln hat das Fondsmanagement zuletzt kräftig nachgekauft.
Die Strategie
Unterbewertung als wiederkehrendes Muster
Der rote Faden im Aktienbestand des MB Fund Max Global ist immer derselbe: Aktien kaufen, die der Markt aus Sicht des Fondsmanagements spürbar zu niedrig bewertet – meist Nebenwerte mit klarer, aber unpopulärer Substanz, bei denen es Geduld braucht, bis der Markt nachzieht.
Borussia Dortmund und Ernst Russ sind dafür zwei besonders anschauliche Beispiele, weil sich bei beiden Titeln in den vergangenen Wochen zeigt, wie dieses Muster in der Praxis funktioniert.
Borussia Dortmund
Das Geschäftsmodell
Borussia Dortmund ist über die Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA seit dem Jahr 2000 börsennotiert – bis heute der einzige deutsche Proficlub mit dieser Konstruktion. Die Erlösbasis ist breit gefächert: Einnahmen aus dem Spielbetrieb (Ticketing), nationale und internationale TV- und Medienrechte, Sponsoring- und Werbeverträge, Merchandising sowie, als besonders ertragsstarker, aber auch schwankungsanfälliger Baustein, Transfererlöse aus dem Spielerhandel. Wie für alle deutschen Proficlubs gilt auch für den BVB die 50+1-Regel: Kapital darf von außen kommen, die Stimmenmehrheit bleibt aber beim Verein. Das begrenzt den Einfluss externer Investoren, ändert aber nichts an der fundamentalen Bewertung des operativen Geschäfts.
Der Rückblick: Schon einmal richtig gelegen
Die aktuelle Position ist kein Erstversuch. Zwischen 2015 und 2018 zählte die BVB-Aktie durchgehend zu den drei größten Positionen im MB Fund Max Global, verkauft wurde damals zu Kursen zwischen 5,66 und 9,96 Euro. Danach war der Titel länger nicht mehr im Bestand – bis das Fondsmanagement jetzt, bei einem deutlich niedrigeren Kursniveau von rund 3,07 bis 3,20 Euro, wieder eingestiegen ist und die Position in beiden Fonds ausgebaut hat.
Gute Gründe für den Wiedereinstieg
Für den Wiedereinstieg sprachen aus Sicht des Fondsmanagements drei Beobachtungen.
Erstens die Insider-Käufe: Carsten Cramer, Nachfolger von Hans-Joachim Watzke an der BVB-Spitze, hat Ende August persönlich rund 16.000 Aktien erworben – ein Verhalten, das dem Fondsmanagement bei seinem Vorgänger auf Hauptversammlungen wiederholt gefehlt hatte. Auch Bernd Geske, langjähriges Aufsichtsratsmitglied, hat mit 60.000 Stück deutlich nachgekauft.
Zweitens die Bewertungslücke zwischen Börse und Kader: An der Börse kommt der BVB derzeit auf einen Wert von knapp 330 Millionen Euro, während allein der Kaderwert der Mannschaft von transfermarkt.de aktuell mit 564,45 Millionen Euro beziffert wird – ohne Stadion, Marke oder Nachwuchsleistungszentrum.
Drittens der Vergleich mit anderen Topclubs: Während der FC Bayern und der FC Liverpool aktuell Anteile auf Basis einer Bewertung von rund 5 Milliarden Euro veräußern, kommt der BVB nur auf einen Bruchteil davon.
Auf dieser Grundlage hat das Fondsmanagement die Position im MB Fund Max Global zu Kursen zwischen 3,07 und 3,20 Euro deutlich aufgestockt.
„FC Bayern: 5 Milliarden Euro – zu teuer. Borussia Dortmund: 330 Millionen Euro – zu billig. Die 50+1-Regel gilt für beide.“
Ernst Russ
Das Geschäftsmodell
Die Ernst Russ AG mit Sitz in Hamburg zählt zu den traditionsreichsten Namen der deutschen Schifffahrt. Ursprünglich als Initiator geschlossener Schiffsfonds bekannt, ist das Unternehmen heute selbst Reeder und maritimer Asset Manager: Es hält und bewirtschaftet eine eigene Flotte – aktuell mit Schwerpunkt auf Tankschiffen – und erwirtschaftet daraus Charter- und Frachteinnahmen, ergänzt um Schiffsmanagement-Dienstleistungen für Dritte. Das Geschäft hängt damit direkt an den zyklischen Frachtraten der internationalen Tankschifffahrt, die zuletzt spürbar angezogen haben.
Kurssprung nach Prognoseanhebung
Nach einer Anhebung der Jahresprognose und der Ankündigung, zwei weitere Tankschiffe zu kaufen – damit wären es insgesamt sechs –, ist der Kurs der Ernst-Russ-Aktie am vergangenen Freitag erstmals seit 15 Jahren über die Marke von 10 Euro gesprungen.
Die Position im Fonds
Von der Entwicklung profitiert auch der MB Fund Max Global deutlich: Ca. 6% des Fondsvermögens sind derzeit in Ernst-Russ-Aktien investiert. Das Fondsmanagement hat die Position zuletzt weiter ausgebaut, unter anderem mit einem Paket von 100.000 Stück zu 8,20 Euro direkt vom Großaktionär. Allein in den vergangenen vier Wochen legte die Aktie um 28 Prozent zu.
„Die Aktie ist jetzt zwar nicht mehr billig, aber immer noch preiswert – der Markt hat den Wert dieser Perle jetzt langsam entdeckt.“
Fazit
Ob Fußball-KGaA oder Reederei: Beide Beispiele zeigen dasselbe Muster – konzentrierte Positionen in Titeln, die das Fondsmanagement für strukturell unterbewertet hält, verbunden mit der Bereitschaft, auch mehrjährige Durststrecken auszusitzen. Bei Borussia Dortmund ist das bereits die zweite Runde: Der erste Anlauf zwischen 2015 und 2018 wurde mit ordentlichem Gewinn verkauft, jetzt ist der Titel bei einem niedrigeren Kursniveau wieder im Depot. Bei Ernst Russ zahlt sich die Geduld gerade erst messbar aus.
Dass dieser Ansatz nicht bei jeder Investition aufgehen kann, räumt Markus Stillger selbst ein – aber die Wertentwicklung des MB Fund Max Global gibt ihm nicht nur in 2026 bislang recht: 16,8 Prozent Plus YTD (Stand 14.9.2026) – und über die letzten 15 Jahre hervorragende 8,54% Wertzuwachs p.a. können sich sehen lassen.
Fonds: MB Fund Max Global – ISIN LU0230368945
Gesellschaft: MB Fund Advisory GmbH






