Deutsche Rohstoff AG: Substanzwert rückt trotz Gewinnnormalisierung in den Fokus
Die Deutsche Rohstoff AG (DRAG) steht Anfang 2026 vor einer Phase der operativen Konsolidierung, die an den Kapitalmärkten zunehmend differenziert bewertet wird. Nach den außergewöhnlich starken Jahren 2023 und 2024 mit Rekordergebnissen deutet sich für 2025 und 2026 zwar ein Rückgang der Gewinne an, die fundamentale Bewertung des Unternehmens erscheint jedoch weiterhin bemerkenswert niedrig – gemessen an Substanz, Cashflow und langfristigem Produktionspotenzial.
Rekordjahr 2024 als Ausgangspunkt
Im Geschäftsjahr 2024 erzielte die Deutsche Rohstoff AG ein Konzernergebnis von rund 50 Mio. Euro bei einem Umsatz von 235,4 Mio. Euro. Treiber waren hohe Ölpreise, eine ausgeweitete Produktion sowie eine hohe operative Hebelwirkung im US-Geschäft. Diese Rekordwerte bilden jedoch keinen nachhaltigen Referenzpunkt für die kommenden Jahre, da das Management und die Analysten bewusst mit deutlich konservativeren Annahmen planen.
Bewertung: Niedriges KBV und überraschendes EV/EBITDA
Trotz der starken Vorjahre notiert die Aktie weiterhin mit einem sehr niedrigen Kurs-Buchwert-Verhältnis, teils nahe oder sogar unter 1,0. Der Börsenwert liegt damit nur knapp auf Höhe des bilanziellen Eigenkapitals – ein ungewöhnlicher Befund für ein Unternehmen mit zweistelligem EBITDA-Margenprofil. Besonders auffällig ist zudem das Verhältnis von Marktkapitalisierung zu EBITDA: Selbst auf Basis der für 2026 erwarteten Normalisierung impliziert der Enterprise Value ein EV/EBITDA-Multiple, das deutlich unter dem vieler internationaler Öl- und Gasproduzenten liegt.
Operativer Schwerpunkt klar in den USA
Der Name „Deutsche“ Rohstoff AG verdeckt dabei die tatsächliche operative Struktur: Der überwiegende Teil der Wertschöpfung stammt aus den USA, insbesondere aus Förderprojekten in Wyoming, Colorado und North Dakota. Diese regionale Fokussierung bietet regulatorische Stabilität, etablierte Infrastruktur und eine hohe Planbarkeit der Produktion.
Ausblick 2026: Konsolidierung auf hohem Niveau
Für das Geschäftsjahr 2026 erwarten Analysten einen Umsatz von rund 165 bis 170 Mio. Euro sowie ein EBITDA zwischen 112 und 120 Mio. Euro. Das Konzernergebnis dürfte mit etwa 20 bis 22 Mio. Euro deutlich unter dem Rekordjahr 2024 liegen, was sich auch im erwarteten Gewinn je Aktie von rund 4,14 bis 4,40 Euro widerspiegelt. Die Dividende soll mit 2,00 Euro je Aktie stabil bleiben.
Der optisch starke Gewinnrückgang ist dabei vor allem drei Faktoren geschuldet: Erstens basieren die Schätzungen auf sehr konservativen Ölpreisannahmen von 60 bis 70 US-Dollar je Barrel WTI. Zweitens führen die hohen Investitionen der Jahre 2024 und 2025 zu steigenden planmäßigen Abschreibungen. Drittens entfaltet der jüngst deutlich gestiegene Substanzwert der Reserven erst in den Folgejahren seine volle Ergebniswirkung.
Reserven-Explosion stärkt langfristigen Investment Case
Besondere Aufmerksamkeit erhielt Anfang Februar 2026 die Mitteilung, dass die nachgewiesenen Öl- und Gasreserven um rund 46 Prozent ausgeweitet werden konnten. Diese „Reserven-Explosion“ sichert die Produktionsbasis über viele Jahre ab und erhöht den inneren Wert des Unternehmens erheblich, ohne sich kurzfristig vollständig in den Gewinnzahlen niederzuschlagen.
Almonty-Effekt stärkt Substanz
Hinzu kommt der sogenannte Almonty-Effekt: Die Finanz-Beteiligung an Almonty Industries, einem international tätigen Wolframproduzenten, hat sich zu einem wesentlichen Wertanker entwickelt. Mittlerweile deckt der Wert dieser Beteiligung rund 2/3 der Marktkapitalisierung der Deutsche Rohstoff AG ab. Man könnte umgekehrt auch sagen, dass das operative Geschäft, das mindestens über 110 Mio. Euro EBITDA erzielen sollte, für weniger als 100 Mio. Euro bewertet wird. Almonty ist damit nicht nur aktuell ein strategischer Diversifikationsbaustein, sondern kann bei einem möglichen Verkauf jederzeit für Liquidität sorgen, die ins Kerngeschäft reinvestiert werden kann. Damit ist es dem Unternehmen möglich, einen schnelleren Wachstumskurs im operativen Geschäft einzuschlagen.
Einordnung und Fondsinvestments
Auch wenn 2025 und 2026 als Übergangs- und Normalisierungsjahre gelten, bleibt der Investment Case der Deutschen Rohstoff AG aus Bewertungssicht intakt. Das für 2026 erwartete KGV von rund 12,6 erscheint vor dem Hintergrund hoher Cashflows, konservativer Ölpreisannahmen und deutlich gestiegener Reserven moderat. Der Markt scheint die langfristige Substanz und die strukturelle Stärkung des Geschäftsmodells bislang nur teilweise einzupreisen.
Das Interesse der institutionellen Investoren an der Aktie hat sich in letzter Zeit deutlich verstärkt. Ein Fonds, der aufgrund einer detaillierten Analyse aber schon sehr frühzeitig auf diesen Wert gesetzt hat, ist der MB Fund Max Global. Dessen Fondsberater hatten erste Investments in der Aktie der Deutschen Rohstoff AG bereits Anfang 2022 zu Kursen von unter 30 Euro aufgebaut und bis heute daran festgehalten. Beim aktuellen Kursniveau von rund 68 Euro hat sich diese antizyklische Einstiegsentscheidung mehr als verdoppelt und bestätigt damit die ursprüngliche Bewertungsannahme.
Gleichzeitig fügt sich das Investment stringent in das Anlagekonzept des Fonds ein, das gezielt substanzstarke Nebenwerte mit klarer Unterbewertung identifiziert und über einen disziplinierten Bewertungsansatz langfristig erschließt.
Gesellschaft: MB Fund Advisory GmbH
Fonds: MB Fund Max Global – ISIN LU0230368945





