Nicht nur für Anleihe-Experten interessant
Einfach erklärt: Die Strategie des Abaki Fixed Income Convexity
Die Strategie nutzt sehr langfristige Anleihen, die z.B. vom Bundesland Nordrhein-Westfalen (NRW) ausgegeben wurden. Diese Anleihen laufen bis zu 100 Jahre und haben eine sehr gute Bonität (AA-Rating).
Weil sie so lange laufen, reagieren sie besonders stark auf Veränderungen beim Zins – das nennt man hohe Konvexität. Diese Eigenschaft macht sie besonders interessant, um von Zinsbewegungen zu profitieren.
Das Besondere an der Strategie: Sie setzt nicht auf steigende oder fallende Zinsen. Stattdessen nutzt sie aus, wie sich die Anleihen bei Zinsänderungen verhalten – völlig ohne Vorhersagen.
Die Strategie sichert die Risiken gegenüber Zinsen und Bonität (Kreditrisiken) weitgehend ab. Übrig bleibt eine neutrale Grundposition, die wie eine Kombination aus Kauf- und Verkaufsoptionen wirkt. Und von dieser besonderen Struktur profitiert das Portfolio.
Wie wird damit Geld verdient?
- Delta-Reset: Bei jeder Zinsbewegung verändert sich die Zusammensetzung des Portfolios. Diese Anpassung wird genutzt, um systematisch Gewinne zu realisieren – nach dem Prinzip: „unten kaufen, oben verkaufen“.
- Gamma-Selling: Zusätzlich verkauft die Strategie Zinsoptionen und nimmt dafür Prämien ein.
Das Portfolio profitiert also vor allem dann, wenn die Zinsen stark schwanken – egal in welche Richtung. Je mehr Unsicherheit an den Zinsmärkten herrscht, desto höher ist der mögliche Ertrag.
Die Zielrendite liegt bei rund 8 – 10 % pro Jahr, bei einer typischen Schwankungsbreite (Volatilität) von etwa 8 %. Damit ist die Strategie nicht nur interessant für die Rendite, sondern auch zur Diversifikation von klassischen Anleihenportfolios.
Für wen eignet sich die Strategie?
Für professionelle Anleger mit mittel- bis langfristigem Horizont (mindestens 4 Jahre), die unabhängig von Zinsprognosen stabile Ertragsquellen erschließen wollen.
GLOSSAR
| Begriff | Erklärung |
|---|---|
| 5s30s | 30-jährige Rendite – 5-jährige Rendite, wichtiger Indikator für die Zinsstrukturkurve und deren Steilheit |
| Carry | Durch das Halten von NRW-Anleihen erfolgt zusätzlich die stetige Kapitalverzinsung mit der impliziten Rendite. |
| Credit Spread | Renditeaufschlag einer Anleihe gegenüber einer Referenzanleihe (z. B. NRW gegenüber Bund). Spiegelt das wahrgenommene Kreditrisiko wider. |
| Delta (Zins-Delta) | Sensitivität des Anleihekurses gegenüber kleinen Änderungen des Zinssatzes. Entspricht der ersten Ableitung des Anleihepreises in Bezug auf den Zins. |
| Delta-Reset | Systematische Wiederherstellung einer delta-neutralen Position nach Zinsbewegungen. Durch das „Rebalancing“ kann die Strategie kontinuierlich Gewinne realisieren („unten kaufen, oben verkaufen“). |
| Durations-Risiko | Risiko, das sich aus der durchschnittlichen Restlaufzeit einer Anleihe ergibt. Je höher die Duration, desto empfindlicher reagiert der Kurs auf Zinsänderungen. |
| Gamma (Zins-Gamma) | Maß für die Änderung des Delta bei Zinsänderungen. Gamma ist die zweite Ableitung des Preises nach dem Zins und beschreibt die Konvexität. |
| Gamma-Selling | Strategie zur Monetarisierung der Konvexität, bei der Zinsoptionen verkauft werden. Dadurch wird die implizite Optionsprämie vereinnahmt. |
| Konvexität | Maß für die Krümmung der Preis-Zins-Beziehung bei Anleihen. Je höher die Konvexität, desto stärker steigt (oder fällt) der Preis bei Zinsänderungen. Eine hohe Konvexität bedeutet also höhere Sensitivität gegenüber Zinsvolatilität – was gezielt zur Ertragsgenerierung genutzt werden kann. |
| Long-Strangle | Optionsstrategie, die von steigender Volatilität profitiert. Im Fall des Fonds wird eine strukturierte Position verwendet, die sich wie ein Long-Strangle verhält, aber keine klassische Option ist. |
| Mid-Swap-Kurve | Marktbasierte Zinsstrukturkurve, die als Referenz für Zinssätze ohne Kreditrisiko verwendet wird. Basis für die Bewertung von Laufzeitaufschlägen. |
| Residualrisiko | Risiko, das auch nach Absicherungsmaßnahmen verbleibt. Im Fall des Fonds betrifft das v. a. die Spread-Differenz zwischen 30-jährigen und 50-jährigen Zinsen sowie das Bonitätsverhältnis NRW vs. Bund. |
| Vega | Sensitivität des Optionspreises gegenüber Änderungen der impliziten Volatilität. Ein „Vega-long“-Portfolio profitiert von zunehmender Unsicherheit an den Zinsmärkten. |
| Zinsvolatilität | Maß für die Schwankungsintensität von Zinssätzen über einen bestimmten Zeitraum. Steigende Volatilität erhöht die Ertragserwartung der Konvexitätsstrategie. |

