10.02.2026

Die LeanVal Asset Management AG hat sich dem selbst gewählten Auftrag „Marktschwankung als systematische Renditequelle nutzen“ verschrieben.

Dazu haben wir dem zuständigen Fondsmanager Steffen Kern einige Fragen gestellt:

  1. Wie definieren Sie das Athena Overlay konzeptionell, und welches konkrete Anlegerproblem soll es unabhängig vom jeweiligen Basisportfolio lösen?

Das Athena Overlay ist bewusst so konstruiert, dass es unabhängig vom zugrunde liegenden Portfolio implementiert werden kann und so konzeptionell ein portabler, regelbasierter Ertragsbaustein – und für sich genommen kein „fertiges, investierbares Produkt“ – ist. Seine Stärke entsteht in der Kombinationsfähigkeit: Es lässt sich mit unterschiedlichen Basisportfolios verbinden und stiftet durch die systematische Nutzung von Marktschwankung einen Zusatznutzen auf das jeweilige Basisportfolio.

Genau hierin liegt der Charme. Der Zusatznutzen, die gezielte Nutzung von Marktschwankung, erzielt eine Rendite, die größtenteils unabhängig von der allgemeinen Richtung der Aktienmärkte ist, sondern lediglich an der Schwankungsintensität liegt. Genau das hilft Anlegern auf Produktebene dann, weil es der jeweiligen Basis eine zusätzliche, unabhängige Renditequelle hinzufügt, die Diversifikation erhöht und die Stabilität der Gesamtergebnisse über den Zyklus verbessert.

  1. Welche strukturellen Prinzipien stehen im Zentrum des Athena Overlays, und wodurch unterscheidet sich der Ansatz von klassischen Volatilitäts- oder Optionsstrategien?

Im Zentrum des Athena Overlays steht die konsequente Nutzung von Marktschwankungen unabhängig von der Marktrichtung. Der Unterschied zu vielen klassischen Options- oder Volatilitätsstrategien ist, dass Athena nicht als klassische „Vola-Wette“ gebaut ist, sondern als strukturierter Prozess der klar definierte, prognosefreie Optionskorridore mit festen Leitplanken aufbaut und so von Marktschwankung profitiert. Ein dezidiertes Risikomanagement sowie vorab definierte Absicherungen sind integraler Bestandteil, um offene Flanken zu begrenzen. Ziel ist ein vergleichsweise stetiger, risikokontrollierter Ertragsbeitrag aus realisierter Aktienmarktschwankung ohne Richtungsprognosen. Das mittelfristige isolierte Ertragspotenzial des Athena Overlays liegt dabei bei 300 Basispunkten p.a.

Durch die flexible Umsetzung kann der Investor entscheiden, auf welchem Basisinvestment er das Athena Overlay umsetzen möchte. Aktuell haben wir drei Zugangsformen: anleihebasiert, US-aktienbasiert und Europa-Aktienbasiert mit zusätzlicher Absicherung.

  1. Welche Aufgabe übernimmt das Athena Overlay konkret im Athena UI – und welchen Mehrwert liefert die Kombination aus Anleiheportfolio und Overlay für den Anleger?

Im Athena UI ist das Overlay der zentrale Renditetreiber, während das kurzlaufende EUR-Investment-Grade-Anleiheportfolio als Stabilitätsanker und risikoaverses Basisinvestment dient. Der Mehrwert für den Anleger liegt darin, dass das Ergebnis nicht nur von Zinsniveau und Duration abhängt, sondern um eine zweite, systematische Renditequelle ergänzt wird: Marktschwankung.

Damit kann Athena UI als Rentenersatz den defensiven Portfolioteil breiter diversifizieren als klassische Rentenbausteine allein und zugleich die Notwendigkeit reduzieren, Rendite über längere Duration oder höhere Credit-Risiken „erkaufen“ zu müssen. Genau deshalb ist der Einsatz des Athena UI als Teil einer klassischen Rentenallokation aus Portfoliosicht sinnvoll: ähnliche defensive Funktion – aber mit einem zusätzlichen Ertragstreiber, der anders funktioniert als Zins und Spread.

  1. Wie verändert sich die Funktion des Athena Overlays, wenn es – wie beim Athena Enhanced US Equity – auf ein voll investiertes Aktienportfolio angewendet wird?

In einem Aktienfonds übernimmt das Athena Overlay eine etwas andere Rolle: Es dient nicht primär der Diversifikation des Basisportfolios, sondern der Erzeugung einer zusätzlichen, unabhängigen Zusatzrendite (=Alpha).

Im Athena Enhanced US Equity Fonds setzen wir daher auf eine passive, aber physische Allokation des S&P 500. Das Basisinvestment setzt hier wie ein klassischer ETF auf den S&P 500. Das Athena Overlay erzielt hier systematische Zusatzrenditen aus Marktschwankungen. Das Aktienbeta des passiven S&P 500 Basisinvestments bleibt dabei vollständig erhalten. Dadurch entstehen eine Performancekurve und -profil, die langfristig über dem reinen Aktieninvestment liegen, ohne das Aktienexposure aktiv zu steuern.

  1. Welche Marktphasen sind aus Ihrer Sicht besonders prädestiniert für den Einsatz des Overlays, und in welchen Phasen stößt der Ansatz bewusst an seine Grenzen?

Besonders attraktiv sind Marktphasen mit erhöhter, aber nicht extremer Volatilität. Also mittlere Marktschwankungen im Aktienmarkt, die üblicherweise in einer VIX-Spanne zwischen 20 und 40 liegen. Anders ausgedrückt, haben Märkte unabhängig von ihrer allgemeinen Marktrichtung aber mit mittleren Marktkorrekturen (= regelmäßige Schwankungen) eine erhöhte Attraktivität für das Athena Overlays.

Grenzen zeigt der Ansatz vor allem in abrupten Crashphasen aus sehr niedrigen Volatilitätsniveaus heraus, wie wir es im April 2025 gesehen haben. Wenn diese abrupten Marktcrashs hingegen aus einem höheren Volatilitätsumfeld heraus passieren, kann das Overlay aufgrund der höheren Volatilitätsprämien im Vorfeld sogar davon profitieren (siehe März 2020).

Unabhängig von der jeweiligen vorherrschenden Marktphase haben wir jedoch systematische Absicherungen auf Overlayebene implementiert, um diese bekannten eher abträglichen Szenarien (Crash aus Low-Vola Umfeld oder langanhaltende, korrekturlose Marktbewegungen) zu adressieren und abzumildern.

  1. Wie steuern Sie das Risiko des Athena Overlays über verschiedene Portfoliotypen hinweg, insbesondere mit Blick auf Extremereignisse und Stressphasen?

Das Risikomanagement ist vollständig auf die Eigenschaften der Strategie zugeschnitten und basiert primär auf der Steuerung von Options-Sensitivitäten wie Delta und Vega. Ergänzend sind strukturelle Sicherungsmechanismen implementiert, etwa der konsequente Verzicht auf ungedeckte Short-Put-Überhänge als Teil einer permanenten Tail-Absicherung oder einer systematischen Prämienabsicherung für extrem schwankungsarme Zeiten. Ziel ist es, das Tailrisiko, das viele Volatilitätsstrategien innehaben, systematisch und prämienneutral zu verringern und somit das Verlustpotenzial auch in extremen Marktphasen klar zu begrenzen.

  1. Wie groß ist die Anpassungsfähigkeit des Overlays in dynamischen Marktumfeldern?

Die wöchentlichen Verfallstermine ermöglichen eine feine Staffelung und eine schnelle Anpassung an veränderte Marktbedingungen, sie bieten 52 Chancen pro Jahr, von Marktkorrektur zu profitieren. Da wir die Korridore auf Sicht von wenigen Wochen implementieren, kann sich das Overlay auch sehr zeitnah an ein neues Volatilitätsregime anpassen und von den erhöhten Schwankungen im Nachgang profitieren.

  1. Wie sollten institutionelle Investoren die Rolle des Athena Overlays im Gesamtportfolio einordnen: eher als Ertragsbaustein, als Diversifikator oder als alternatives Risikoprämieninstrument?

Aus institutioneller Sicht stellt das Athena Overlay zuallererst eine alternative Renditequelle dar. Primär geht es darum, mit klar definierter Logik und Investmentprozess, systematisch Erträge aus Marktschwankung zu erzielen. Da diese Erträge eher unabhängig vom übergeordneten Markttrend sind, wirkt Athena diversifizierend gegenüber klassischen Aktien- und Rentenbausteinen. Je nach Einbettung kann das Overlay entweder zur Stabilisierung defensiver Portfolios oder zur Effizienzsteigerung renditeorientierter Allokationen eingesetzt werden.


Fonds:             Athena UI * ISIN DE000A0Q2SF3 (I) / DE000A40DBV9 (S) / DE000A2QCX37 (V)
Gesellschaft:  LeanVal Asset Management AG


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