28.10.2020

Wasserstoffaktien gehören seit einiger Zeit zu den „Hot-Stocks“ und sind ganz oben auf den Top-Listen der meistgeklickten Aktien zu finden.

Das Thema scheint also endgültig am Kapitalmarkt angekommen und viele Investoren wollen beim Goldrausch der Gegenwart mit an Bord sein. Auch die anhaltenden Veränderungen in der Industrie sind atemberaubend, selbst unter den Firmen, deren altes Geschäftsmodell mit am meisten unter dem Voranschreiten der neuen Technologie leiden dürfte: Den großen Ölkonzernen.

Die Risikokapitaltochter von Total hat sich mit mehr als 15 Millionen Dollar am Startup Hyzon Motors beteiligt, einem der führenden Anbieter von wasserstoff- und brennstoffzellenbetriebenen Nutzfahrzeugen. Die US-Amerikaner produzieren Großanlagen, Busse und Reisebusse, die mit Wasserstoff (chemisches Symbol: H) betrieben werden. Total setzt auf den Einsatz der Wasserstofftechnologie in LKWs.

Ähnliche Töne hört man aktuell vom britischen Konkurrenten BP. In einer Konferenz teilte der Chef des Ölkonzerns mit, dass er die Zukunft bei den PKWs im batteriebetriebenen Bereich sieht. In Nutzfahrzeugen, der Luftfahrt und dem Schwerlastverkehr hingegen sieht dieser den Einsatz der Wasserstofftechnologie als „sehr, sehr geeignet“ an. BP plant in diesem Zusammenhang, die Investitionen für Erneuerbare Energien zu verzehnfachen.

Wasser am Himmel?

Doch wie steht es in der Flugzeugbaubranche um diese Idee? Besser, als man vor dem Hintergrund der aktuellen Krise, welche die ganze Lieferkette bedroht, wohl vermuten würde!

Der europäische Flugzeugbauer Airbus will bis 2035 ein Passagierflugzeug mit CO2- neutralem Wasserstoffantrieb auf den Markt bringen. Frankreich plant langfristig sieben Milliarden Euro in die Technik zu investieren und Deutschland will mit seiner eigenen Wasserstoffstrategie „Wasserstoff-Land Nummer eins“ werden. Da passt die Strategie von Airbus, das aktuell an drei Konzepten arbeitet, voll ins Bild.

Der Turbofan, eines der drei Entwicklungsprojekte, ist mit einer Reichweite von ca. 3.700 km und einem Fassungsvermögen von 120-200 Passagieren für den Flugverkehr auf innereuropäischen Routen ausgelegt. Mit ca. 800 km/h erreicht es die gleiche Geschwindigkeit wie das aktuelle Basismodell A320neo. Das zweite Modell, der Turboprop, ist ein für bis zu 100 Passagiere geeignetes, mit Wasserstoff betriebenes Kurzstreckenflugzeug, das es auf gut 600km/h bringt.

Der dritte im Bunde, ein mit Wasserstoff betriebener Nurflügler (200 Passagiere mit ähnlicher Reichweite wie der Turbofan), dürfte das wohl spektakulärste Aussehen der neuen Modelle haben. Aerodynamisch soll er das vorteilhafteste Modell sein. Außerdem bietet der breite Innenraum des Flugzeuges bessere Möglichkeiten zur Lagerung und Verteilung des Wasserstoffs.

Bemerkenswert ist, dass Ingenieure in der damaligen Sowjetunion bereits 1988 ein Wasserstoffflugzeug an den Start brachten. Seitdem liefen bzw. laufen verschiedene Projekte zur Weiterentwicklung. Dennoch scheint die Technologie in den Jahren wieder nebensächlich geworden zu sein. Dabei bringt Wasserstoff auch in der Luftfahrt erstaunliche Vorteile mit sich: Die Energiedichte ist dreimal so hoch wie bei Kerosin und wiegt dabei nur ca. ein Drittel so viel. Dafür ist das benötigte Volumen zur Lagerung viermal so hoch wie bei dem heutzutage verwendeten Treibstoff. Für den Antrieb im Flugzeug muss das Element bei hohem Druck und -235°C komprimiert werden, was doppelwandige, zylindrische oder runde Tanks erfordert. Eine technische Herausforderung für die Flugzeughersteller. Ebenfalls benötigt es für den Durchbruch der Technologie eine entsprechende Infrastruktur an den Flughäfen, um das Betanken der Flugzeuge zu ermöglichen.

Es bleibt an dieser Stelle jedoch anzumerken, dass die Nutzung von Wasserstoff in Flugzeugen nur dann sinnvoll ist, wenn  der Wasserstoff nachhaltig mit grünem Strom erzeugt wird. Stammt der Strom beispielsweise aus Kohlekraftwerken, werden die Emissionen lediglich von der Luft auf den Boden verlagert. Auch wären die neuen Flugzeuge nicht zu 100% emissionsfrei, da bei der hohen Verbrennungstemperatur umweltschädliche Stickoxide entstehen. Jedoch ist die Technologie bei weitem umweltschonender als es die heutigen Antriebe sind.

Wasser im Wasser?

Was ist mit der zweiten großen Mobilitätsbranche, die sich seit geraumer Zeit mit dem Ruf der hohen Umweltverschmutzung konfrontiert sieht? Drei Prozent der weltweiten Emissionen lassen sich auf den Schiffsverkehr zurückführen. Höchste Zeit also, auch hier umzudenken. Verglichen mit den anderen Mobilitätsbranchen scheint es in der Schifffahrt etwas gemächlicher mit Innovationen vor sich zu gehen. Doch immerhin tut sich hier auch etwas.

Ganz weit vorne dabei ist die Norwegische Reederei Havila. Diese plant ein bestehendes Kreuzfahrtschiff umzurüsten. 2023 sollen die ersten Touristen emissionsfrei damit reisen können. Auch Europas größter Hafen in Rotterdam ist auf die Möglichkeiten von Wasserstoff aufmerksam geworden und hat sich dem Hydrogen Council, einer Initiative aus mehr als 90 Unternehmen, angeschlossen. In Deutschland fährt, Stand heute, lediglich die U-Boot Flotte auf Tauchstation mit Wasserstoff, die Handelsflotte soll jedoch nachrüsten. Das wurde nach Verkündung der nationalen Wasserstoffstrategie deutlich. Dazu wurde in Geesthacht in Schleswig-Holstein die weltweit erste Forschungseinrichtung errichtet, die gesamtheitliche Lösungen zur Dekarbonisierung in der Schiffahrt entwickelt.

Auch eine andere Reederei hat große Wasserstoffpläne. Auf dem mit Flüssiggas betriebenen Kreuzfahrtschiff „Aida Nova“ will die Rederei ab 2021 die Nutzung von Brennstoffzellen testen.

Zusammengefasst lässt sich auch in diesem Bereich ein Umdenken erkennen. Allerdings könnte man, wie eingangs beschrieben, den Eindruck bekommen, dass es in der Schifffahrt aktuell noch etwas dauern könnte, bis die Wasserstoffinnovation endgültig Fuß fasst. Auf Binnen- und Passagierschiffen lasse sich der Schiffsantrieb schneller einführen als bei großen Containerschiffen. Die Technologie sei aktuell einfach zu teuer, verglichen mit herkömmlichem Schweröl.

Wasserstoff als Investment

Auch als Investment bietet Wasserstoff neue Möglichkeiten. Neben den klassischen Gasherstellern (Linde, Air Liquide) sind Wasserstoff-Aktien wie NEL, Powercell oder Ceres derzeit heiß diskutierte und viel gehandelte Titel. Neben teilweise hohen Volatilitäten versprechen sich Befürworter der Technologie hohe Kursgewinne und hoffen, beim nächsten großen Trend von Anfang an dabei gewesen zu sein. Auch neu aufgelegte Wasserstoffindizes an den Börsen zeigen die anhaltende Dynamik in der Entwicklung des Sektors.

Die hohe Volatilität der einzelnen Wasserstoffaktien erfordert die Bereitschaft des Investors, stärkere Kursschwankungen auszusitzen. Eine Alternative zu den risikoreicheren Direktinvestments bietet ein Investment in Fonds, die Wasserstoffaktien im Portfolio haben.

Das Fondsmanagement des Selection Rendite Plus (I-Tranche ISIN: DE0002605037 und R- Tranche ISIN: DE000A2H7NQ9) setzt fokussiert auf nachhaltige und zukunftsträchtige Investments und hat daher bereits seit Ende 2018 Aktien aus dem Bereich Wasserstoff im Portfolio. Die starke Performance dieser Titel hat zu der Top- Wertentwicklung des Fonds beigetragen, die bereits zu zahlreichen Auszeichnungen geführt hat. Die Anlageexperten der Selection Asset Management sind auch weiterhin von der Zukunftsfähigkeit der Wasserstoff-Technologie überzeugt und werden daher künftig unverändert Aktien aus diesem Bereich in ihrem Selektionsprozess berücksichtigen.

Siehe auch unsere News vom 21.01.2020.


Fonds: Selection Rendite Plus – DE000A2H7NQ9 (R) / DE0002605037 (I)
Gesellschaft: Selection Asset Management GmbH


zur Boutique zur Newsübersicht