23.04.2020

Zugegeben: was wie die Empfehlung aus einem Ratgeber für schwierige Lebenslagen klingt, mutet im Zusammenhang mit der aktuellen Situation für Anleger an den Anleihemärkten auf den ersten Blick schon etwas hanebüchen an.

Nicht nur dass der risikolose Zins – nach herkömmlichem Verständnis die Vergütung für die Kreditgewährung an einen als sicher empfundenen Schuldner (z.B. Deutschland) – von vornherein nicht nur einen nominalen (Negativrenditen!) sondern mit einiger Wahrscheinlichkeit auch einen realen Vermögensverlust (Inflation in der Zukunft!) mit sich bringt. Angesichts anschwellender Staatsschulden bei gleichzeitig einbrechenden Steuereinnahmen muss man heute auch das Kreditrisiko der „sicheren Schuldner“ kritisch hinterfragen.

Auch Unternehmensanleihen wurden in den letzten Wochen von dem abrupten Schwenk in der Risikoeinstellung der Anlegerschar und dem zeitgleichen Wunsch nach Verkauf dieser Anleihen unter teils enormen Kursdruck gesetzt. Da Käufer in dieser Zeit kaum zu finden waren, kamen nur verhältnismäßig wenige Transaktionen zustande. Dies führte dazu, dass die Kurse, die für die Bewertung von Anleiheportfolios herangezogen werden mussten, erhebliche Sicherheitsabschläge aufwiesen. Deutliche Rückgänge der Buchwerte dieser Portfolios waren die Folge der Illiquidität.

Die folgende Grafik zeigt die Entwicklung von Risikoaufschlägen (OAS –  Option Adjusted Spread) von marktbreiten Unternehmensanleihenindizes von USD- und Euroschuldner mit einem Investment Grade-Rating seit Jahresanfang 2020:

(Quelle: Bloomberg)

Innerhalb von circa 4 Wochen haben sich die Risikoaufschläge mehr als verdoppelt bis verdreifacht. Natürlich muss man realistisch davon ausgehen, dass die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie nicht folgenlos für die Ertragslage der Unternehmen bleiben werden. Wir denken jedoch, dass die aktuellen Risikoaufschläge in Kombination mit der von den nationalen Regierungen lancierten Liquiditätsunterstützungen und der von den Notenbanken in bisher ungekanntem Umfang begonnenen Aufkäufe von Unternehmensanleihen dazu führen werden, dass sich die in diesen Risikoaufschlägen implizierten Kreditausfälle als deutlich zu hoch angesetzt erweisen werden.

Die aktuelle Chance liegt nun darin, diese auskömmlichen und bis vor kurzem noch völlig unvorstellbaren Risikoaufschläge für einen möglichst langen Zeitraum zu „konservieren“. Dazu hat das Fondsmanagement des Rücklagenfonds in den vergangenen Tagen, nachdem sich die Liquidität der Anleihemärkte auch dank einer Flut von Neuemissionen wieder etwas erholt hat, eine größere Zahl von kurzlaufenden Anleihen (unter 2 Jahren Restlaufzeit) in Anleihen mit mittleren Laufzeiten getauscht. Die damit gegenüber Jahresbeginn rund 1% p.a. höhere Ertragsbasis macht den Fonds für einen längeren Zeitraum noch attraktiver für alle Anleger.

Der Rücklagenfonds der BPM investiert in internationale, kurzlaufende Anleihen mit einer Laufzeit von maximal 5 Jahren aus dem Investment Grade-Bereich. Zins- und mögliche Wechselkursschwankungen werden durch Sicherungsgeschäfte weitestgehend abgesichert. Ein wirklich globales Investmentuniversum hilft dabei, der Enge des überkauften europäischen Anleihemarktes zu entkommen. Die erklärten Ziele sind, den Interbanken-Zinssatz (3-M-EURIBOR) um 1,00% nach Kosten zu übertreffen und eine Volatilität von max. 2% nicht zu überschreiten.

 


Fonds: Rücklagenfonds – ISIN DE000A1J67R2 (I) / DE000A1JRP89 (R) / DE000A2JF832 (I – USD)


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