01.03.2020

Vor wenigen Tagen ergab sich bei einem der größten Schuldner am Markt für Unternehmensanleihen eine bemerkenswerte Veränderung, die, vielleicht von den Nachrichten um das Coronavirus überdeckt, erstaunlich wenig Beachtung fand. Die Anleihen der Kraft Heinz Foods Company (deren zahllose Markenprodukte vermutlich jeder von uns schon einmal konsumiert hat) verloren ihr Investment Grade-Rating. Damit vergrößert sich der Markt für „Junk Bonds“ mit einem Schlag um mehr als 25 Milliarden US-Dollar, in dem Kraft Heinz nun unangefochten der größte Schuldner ist.

Die vielfältigen Hintergründe dieser unerfreulichen Entwicklung liegen unter anderem in einer Vielzahl teurer schuldenfinanzierter Übernahmen von konkurrierenden Unternehmen, einem spürbaren Verblassen einst sehr bekannter Marken bis hin zu fehlenden Konzepten in einer Welt sich wandelnder Ernährungsgewohnheiten. Die wirtschaftliche Situation des Unternehmens, das gerade für 2019 einen Rückgang von Umsatz (- 5%) und operativem Ergebnis (-14%) berichtet hat, ist dabei alles andere als unproblematisch und lässt wenig Hoffnung auf schnelle Verbesserung zu.

Derartige in der Welt der Anleihen als „gefallene Engel“ („fallen angels“) bezeichnete Schuldner stellen für die Gruppe Anleger, die auf der Suche nach einem möglichst sicheren Zinsertrag ist, eine nicht zu unterschätzende Gefahr dar!

Spürbare Auswirkungen

Auch wenn von einer Herabstufung für den Anleger meist keine unmittelbare Gefahr ausgeht, sind die Auswirkungen doch spürbar und verändern den Charakter eines bisher als sicher wahrgenommenen Investments. Kursrückgänge der betroffenen Anleihen sind eine der unmittelbaren Folgen einer Ratingherabstufung aus dem Investment Grade-Segment, da sehr viele Anleger aufgrund rigider Anlagevorschriften keine „Junk Bonds“ halten dürfen. Zukünftig ansteigende Zinslasten verschärfen bei den betroffenen Schuldnern die wirtschaftlichen Schwierigkeiten, so dass die Wahrscheinlichkeit für Zahlungsausfälle in der Zukunft ansteigt.

Sorgfältiges Anleihenmanagement – wichtiger denn je

Einer sehr sorgfältigen Analyse und der fortlaufenden Beobachtung der Schuldner kommt somit bei Anlagen in Unternehmensanleihen, ausdrücklich auch in dem oftmals etwas sorglos betrachteten Investment Grade-Segment, eine entscheidende Bedeutung zu. Wenn eine gründliche Bewertung dann noch mit einem umsichtigen Diversifikationsansatz und einer bewussten Begrenzung von Durationsrisiken einhergeht, verlieren Zinsänderungs- und Kreditrisiken in Anleiheportfolios auch in Zeiten extremer Niedrigzinsen ihre Schrecken.

Der Rücklagenfonds der BPM investiert in internationale, kurzlaufende Anleihen mit einer Laufzeit von maximal 5 Jahren aus dem Investment Grade-Bereich. Zins- und mögliche Wechselkursschwankungen werden durch Sicherungsgeschäfte minimiert. Ein wirklich globales Investmentuniversum hilft dabei der Enge des überkauften europäischen Anleihemarktes zu entkommen. Die erklärten Ziele sind, den Interbanken-Zinssatz (3-M-EURIBOR) um 1,00% nach Kosten zu übertreffen und eine Volatilität von max. 2% nicht zu überschreiten.

 


Fonds: Rücklagenfonds – ISIN DE000A1J67R2 (I) / DE000A1JRP89 (R) / DE000A2JF832 (I – USD)


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